Nordische Skiweltmeisterschaften Val di Fiemme 2013

Nordische Skiweltmeisterschaften, 20. Februar bis 3. März 2013

im Val di Fiemme, Italien

 

Nach 1991 und 2003 fanden die Nordischen Skiweltmeisterschaften bereits zum dritten Mal im Val di Fiemme statt. ViF

Dazwischen wurden auch Weltcup Veranstaltungen durchgeführt und verschiedene Mannschaften Springer und Nordisch Kombinierte kommen im Sommer und Winter für Trainingslager auch wegen den beiden Schanzen mit K Punkt 106m und 134m hierher.
2014 werden im Val di Fiemme bereits die Junioren- und U-23-WM der Nordischen stattfinden wie auch ein Teil der Winter-Universiade. Das Trentino hat auch Pläne sich für eine Olympiade zu bewerben, eventuell für 2022. Deshalb war in den Medien auch die Abstimmung in Graubünden wegen der Olympiade 2022 ein Thema. Es hofft, von der FIS in Zukunft weitere Veranstaltungen (alpine und nordische) zugesprochen zu bekommen.

SC-Fans

 

 

Nach 2011 in Oslo war auch dieses Jahr eine kleine Delegation des Skiclubs an diesen Meisterschaften (Käthi und Bernhard Regli, Yvonne Caspari) .

 

 

Das Val di Fiemme liegt am Fusse der Dolomiten. Einige Kilometer südlich von Bozen fährt man auf einer gut ausgebauten aber kurvenreichen Strasse mit u.a.9 kleineren und grösseren Tunnels in das Tal hinein.

Tesero

Im Tal gibt es 11 Gemeinden, Hauptort ist Cavalese, grösster Ort Predazzo mit rund 4500 Einwohnern. Das Tal ist touristisch sehr gut erschlossen für den nordischen Skisport wie auch für das alpine Skifahren mit vielen Gondelbahnen, Sessel- und Schleppliften Es wird mit 12 verschiedenen Gebieten und rund 200km Skipisten geworben und der Möglichkeit eines Skipasses für alle Gebiete. Einige Skipisten sind bis in die Nacht hinein beleuchtet und befahrbar. Langlaufloipen gibt es viele und das Tal ist natürlich bei den Nordischen auch wegen des Marcialonga Laufs und der Tour de Ski mit Ziel auf der Alp Cermis gut bekannt. Die Region ist ebenfalls im Sommer und Herbst ein beliebtes Feriengebiet. Die Dolomiten sind auch Unesco Welt-Naturerbe.

 

Das Langlaufstadion liegt von Predazzo 910313aus einige Kilometer talab- wärts am Lago di Tesero. Das Stadion ist sehr grosszügig konzipiert und verfügt über verschiedenen ständige Einrichtungen. Vieles davon wurde bereits für die WM 2003 gebaut, für 2013 wurde alles auf den neusten Stand gebracht. Dies trifft auch für die eindrückliche Sprungschanzen Arena zu, die von Predazzo in beinahe Laufdistanz direkt in der anderen Talrichtung als das Langlaufstadion liegt. Eigentlich waren Shuttle Busse zwischen den Stadien und den Park- plätzen vorgesehen, aber irgendwie hat dieser Service nicht gut funktioniert. Am Donnerstag 28.2. mit 4 Disziplinen (Nordische Kombination, Damenstaffel und am Abend das Spezialspringen von der grossen Schanze) ist der Verkehr komplett zusammengebrochen. Auch wir schafften es nicht ganz die ersten Sprünge zu sehen. Das Stadion war praktisch ausverkauft. Es war auch da eine sehr gute Stimmung.

Predazzo

 

Die beiden Schanzen, vorallem die grosse sind beeindruckend und es braucht sehr viel Mut und Training um da zu springen. Wir haben uns sehr gefreut, dass auch 4 Schweizer Springer mit dabei waren.

 

An sich waren in der Umgebung der beiden Stadien genügend Parkplätze vorhanden, die meisten davon aber mit Naturboden. Beim gefrorenen Boden war dies kein Problem. Im Laufe der WM Woche wurde es jedoch wärmer und der Schnee und das Eis schmolzen. Teilweise wurde es eine Schlammschlacht und Feuerwehr und Abschleppwagen waren gefragt.Wir hatten keine Probleme aber wir haben dann trotzdem an den folgenden Tagen einen etwas weiter entfernten offiziellen aber asphaltierten Parkplatz benützt..

Die Eintritte in die Stadien wurden elektronisch erfasst. Nach dem Eingang lagen bei beiden Stadien jeden Tag Gratiszeitungen der WM auf mit verschiedenen Hintergrund Informationen und den detaillier- ten Resultaten des Vortages inkl. Zwischenzeiten und den Startlisten des laufenden Tages. Dies war ein sehr guter Service. Im Langlauf

Stadion haben wir uns jeweils auf der Tribüne mit unserenC-Fans Schweizer- fahnen installiert. Neben uns war auch der Fan Club von Dario Cologna mit Fahnen und ihren grossen mitgebrachten Treicheln. Ab und zu gab es auch noch Unterstützung von einer Gruppe aus Einsiedeln ebenfalls mit Treicheln. Eine grosse Treichel wiegt ungefähr 13 Kilos, ein rechtes Gewicht zum Mittragen.

 

Die Laufstrecken waren sehr anspruchsvoll was man auch am Fernsehen feststellen konnte, mit steilen Aufstiegen und entsprechend schnellen Abfahrten. Die Loipen waren so angelegt, dass die Läufer und AufstiegLäuferinnen mehrmals das Stadion passierten. Entsprechend stieg jeweils der Lärmpegel, er war ohrenbetäubend. Man darf aber sagen, dass im Stadion eine gute und faire Atmosphäre war.

 

Ueber die Medaillen von Dario Cologna haben wir uns wirklich riesig gefreut und wir stellten fest, dass er auch bei den anderen Nationen grosse Achtung geniesst. Verschiedene Ausländer haben auch uns zu den Medaillen von ihm gratuliert. Was wir natürlich umgekehrt auch bei ihnen gemacht haben. Es wurden Dario in der offiziellen WM Zeitung einige Seiten gewidmet. Freude hatten wir aber auch am guten Staffelergebnis.

Die grösste Gruppe Zuschauer waren eindeutig die Norweger. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen wieviele hundert anwesend waren. Sie konnten sich natürlich auch über den Medaillen Segen speziell bei den Frauen sehr freuen. Verschiedene Norweger Busse waren da mit Fan Clubs die in Hotels untergebracht waren. Aber eine sehr grosse Gruppe wohnte unmittelbar neben dem Langlaufstadion. Norw-Z1Sie hatten aus Norwegen mit Lastwagen Norw-2Militärzelte zum Schlafen und 3 riesige Zelte für die Verpflegung mitgebracht. Dieses Restaurant waren offen für „Jedermann“, entsprechend wurde da auch gegessen, vorallem aber getrunken. Sogar eine „open“ Sauna hatten sie auf ihrem eingezäunten Gebiet eingerichtet.

 

Bei der Hälfte der WM zählten die Organisatoren 117’000 Eintritte und rechneten für den Schluss mit rund 300’000.

GrünMan gewann den Eindruck, dass die WM wirklich gut organisiert war. Laut offiziellen Zahlen waren neben dem eigentlichen OK rund 1400 zum grössten Teil freiwillige Helfer im Einsatz unter anderem auch Schweden, Norweger und Schweizer. Dazu etwa weitere 200 Personen der Polizei, Cara- binieri, Guardia di Finanza (in Predazzo hat es eine Schule der Guardia di Finanza), Feuerwehr und Umweltschützer. Verschiedene Autogaragen hatten Pikettdienst zu leisten. Die Veranstalter der WM legten auch grossen Wert auf „grüne“ Spiele.

Fl-Zer

 

Relativ rasch nach Ende der Wettkämpfe fand jeweils im Stadion die Blumenzeremonie statt.

Cavalese

Die Medaillen wurden hingegen am Abend auf dem Hauptplatz in Cavalese überreicht. Die Zufahrtsstrasse wurde gesperrt aber es bestand die Möglichkeit mit dem Eintrittsbilletdes Tages gratis mit der Gondelbahn von der einen zur anderen Talseite zu fahren. Dies ist ein Abschnitt der Bahn die auch auf die Alp Cermis führt. Die Bahn war jeweils bis 22.30 Uhr in Betrieb. Bei der Bahn steht ein sehr grosser Parkplatz zur Verfügung.

 

Es gäbe in dieser Region noch viel zu erkunden, denn sie hat auch einen interessanten geschichtlichen Hintergrund. Wir hatten den Eindruck, dass überall viel investiert wird um Gäste zu bekommen. Die WM hat sicher auch dazu beigetragen, dass sich einige, vielleicht auch wir uns einen späteren Besuch überlegen. Wir sind auf jeden Fall mit vielen positiven Eindrücken wieder wohlbehalten zu Hause eingetroffen.

 

Yvonne / Bernhard         Text / Bilder