Medaillen, Finalplätze und neue Vereinsrekorde an den Nachwuchs-Titelkämpfen in Aarau und Frauenfeld

Bei prächtigem, sommerlichen Wetter konnten die Athleten der Nachwuchskategorien U23 bis U16 an den nationalen Titelkämpfen um Medaillen sprinten, werfen, laufen und springen. Alles in allem entsandte der LAC TV Unterstrass 27 Athletinnen und Athleten an die Wettkämpfe in Aarau (U20/U23) und Frauenfeld (U16/U18). Gleich zahlreiche von ihnen starteten dabei in mehr als einer Disziplin, was verdeutlicht, dass der TVU in den Nachwuchskategorien sehr grossen Wert auf die Vielseitigkeit legt.

Bericht: Isabelle Schmid

Cyrill mit der Ausbeute der SM 2018

U16

Bericht: Marielle Krause

In der Kategorie U16 waren ursprünglich acht Athleten gemeldet, starten konnten aber schlussendlich nur sieben, da Liv Dufner leider aufgrund einer Zerrung im Hüftbeuger auf einen Start über 80m und im Hochsprung verzichten musste. Atena war als einzige am Samstag über die 600m im Einsatz. Bis 400m lief das Rennen nach Plan, danach verliessen sie die Kräfte, um auf den letzten 200m noch einmal angreifen zu können. Entsprechend war sie enttäuscht. Am Sonntag galt es ernst für die restlichen sechs Athleten. Den Start machten die Hürdenläufer: Fabian Frost und Leif Bernhard konnten sich über 100m Hürden für das Halbfinale qualifizieren, was aber für beide Endstation bedeutete. Leif kann mit seiner gelaufenen Zeit zufrieden sein, Fabian konnte leider nicht mehr an die PB anknüpfen, die er vor den Sommerferien gelaufen war. Meret Jakob und Lara Lehmann schieden beide schon in den Vorläufen aus. Lara hatte bis 60m einen guten Lauf, krachte dann aber leider in die zweitletzte Hürde und kam aus dem Rhythmus. Dementsprechend war auch die Zeit nicht so gut. Meret zeigte einen soliden Lauf, nachdem sie das Vertrauen zu den Hürden zurückgewonnen hatte. Dies vor allem, weil sie vor den Ferien in einem Hürdenlauf gestürzt war und sich eine leichte Knieverletzung zugezogen hatte.

Im Weitsprung konnten Leif und Cyrill Kernbach voll aufdrehen. Beide verbesserten ihre persönliche Bestweite um mehr als 30cm. Schon der erste Versuch war bei beiden hervorragend, der erste Sprung von Cyrill sollte gar der beste Sprung der ganzen Konkurrenz werden: Mit 6.76m (neuer U16-Vereinsrekord!) setzte er sich gleich an die Spitze. Da kein anderer Athlet diese Weite toppen konnte, sicherte sich Cyrill die Goldmedaille. Er war überglücklich. Auch Leif zeigte einen super Wettkampf: Er konnte sich von Sprung zu Sprung steigern und erreichte den fünften Schlussrang mit einer PB von 6.28m.

Nach dem tollen Erfolg im Weitsprung hiess es für Cyrill, nochmal Spannung aufzubauen, da er auch noch im Hochsprung antrat. Dies aber “nur zum Plausch”, sein Fokus lag ganz klar auf dem Weitsprung. Es zeigte sich jedoch, dass es sich mit einer Goldmedaille im Sack trotz müder Beine leichter springt: Im Hochsprung konnte Cyrill mit 1.84m (ebenfalls neuer U16-Vereinsrekord) noch einmal eine PB springen, was in der Endabrechnung für den hervorragenden 2. Rang reichte. Damit konnte sich Cyrill zum zweiten Mal eine Medaille umhängen lassen, diesmal die Silberne. 

U18

Bericht: Christian Kölle (Sonntag)

Bei den U18 war mit 12 Athletinnen und Athleten mit insgesamt 19 Disziplinenstarts die grösste TVU-Gruppe am Start.

Am Samstag starten Mattia Dora und Janick Elsener über die 100 m. Für Janick bedeute leider schon der Vorlauf Endstation. Mattia dagegen konnte sich bis ins Finale durchkämpfen wobei er dreimal fast die gleiche Zeit lief. Im Finale reichte es ihm mit 11.22 s (PB) zum 7. Platz. Im Vorlauf über 800 m ging Joel von Fellenberg an den Start. Leider war auch für ihn die SM bereits nach dem Vorlauf beendet. Lucas Frauenlob startete über die 3000 m. Er lief mit 9:40.48 min eine neue PB und platzierte sich auf Platz 16 unter 22 Teilnehmern.

Stabhochsprung war die Samstagsdisziplin von Yves Baur und Malte Kölle. Beide realisierten am Ende 3.75 m und belegten damit die Plätze 9 (Yves) und 10 (Malte).

Bei den Frauen ging Michelle Habegger im Weitsprung an den Start und belegte mit 5.02 m Rang 18. Kira Widmer konnte dann noch über die 400 m Hürden im Vorlauf mit 67.47 s eine neue PB aufstellen und sich über die Zeit für das Finale am Samstag qualifizieren.

Am Sonntag startete der Tag mit den Vorläufen über die Kurzhürden. Bei den Frauen über 100 m Hürden konnte Carina Meyer schon im Vorlauf eine neue PB aufstellen. Aber wer gedacht hätte, dass sie damit ihr Pulver verschossen hat, musste sich eines Besseren belehren lassen. Auch im Halbfinal und Final konnte sie ihre Zeit weiter verbessern und mit 14.33 s im Final dann sogar den Gewinn der Bronzemedaille feiern. Carinas neue PB liegt nur eine Zehntelsekunde über dem Vereinsrekord, der von niemand geringeren als Petra Fontanive gehalten wird. Und Carina hat auch im nächsten Jahr noch die Chance, diesen zu verbessern, da sie noch zum jüngeren U18-Jahrgang gehört.

Bei den Männern über 110 m Hürden waren mit Yves Baur, Jan Mitsche und Liam Müller gleich drei TVUler am Start. Hier entfielen die Vorläufe und es ging direkt in die Halbfinals. Für Jan und Liam endete der Einsatz hier leider schon, wobei insbesondere Jan Pech hatte, da er kurz vor dem Ziel ins Straucheln geriet und mit einer eleganten Rolle vorwärts ins Ziel kam. Yves konnte sich über die Zeit fürs Finale qualifizieren. Dort drehte er noch einmal auf und konnte eine neuen PB (14.66 s) erreichen, die ihm Platz 7 einbrachte.

Im Speerwerfen der Männer gingen Malte Kölle und Liam Müller an den Start. Die für seine Verhältnisse eher durchschnittliche Weite von 48.19 m brachte Malte am Ende Platz 7 ein. Liam musste wegen des Hürdenlaufs den ersten Versuch auslassen und die beiden anderen Versuche direkt danach absolvieren. Keine optimale Situation, und so gelang ihm mit 40.68 m nur ein durchschnittlicher Wurf, der ihn auf Platz 13 brachte. Gleich danach machte sich dann bei den Frauen Bigna Herold daran, es besser zu machen. Schon im ersten Versuch gelang ihr ein Wurf über die 40 m Marke (40.35 m). Leider sollte dies dann auch der beste Versuch bleiben. Im sehr engen Wettkampf (der Siegesweite betrug 42.25 m) reichte dies zum 6. Platz. In Anbetracht der aufgrund von anhaltenden Rückenproblemen schwierigen Saison von Bigna ein gutes Ergebnis.

Der Weitsprung der Männer entwickelt sich so langsam zu einer Paradedisziplin der TVUler und dies insbesondere bei den U18. Mit Mattia Dora (unserem EM-Starter in dieser Disziplin), Yves Baur und Malte Kölle waren gleich drei TVU-Athleten daran interessiert, dies auch in Frauenfeld zu beweisen. Im sehr grossen Starterfeld (24 Teilnehmer) reichten die ordentlichen 6.17 m von Malte nicht für das Finale und er musste sich mit Platz 11 begnügen. Yves erwischte wieder einen hervorragenden Wettkampftag. Eine neuen PB von 6.76 m brachte ihm am Ende die Bronzemedaille ein. Mattia konnte seine PB, die bei über 7 m liegt, leider nicht ganz erreichen. 6.84 m wurden am Ende verbucht. Leider reichte dies nicht ganz, um seinen Dauerrivalen Nahom Yirga an diesem Wettkampf zu bezwingen. Aber auch die Silbermedaille ist natürlich ein grosser Erfolg.

Am Ende des Wettkampftages stand dann noch für Kira Widmer ihr Finale über die 400 m Hürden an. Leider konnte sie nicht ganz an die Leistung vom Vortag anknüpfen, der Vorlauf hatte doch einiges an Kraft gekostet. Mit 69.30 s resultierte am Ende Platz 6, für eine Platzierung weiter vorne hätte es aber eine deutliche Leistungssteigerung gebraucht.

 

U20

Bericht Christoph Widmer/Christian Kölle

Aita Ammann trat über die 1500m an. Nach einer sehr guten Vorbereitung und intensiven Trainings im Sommer in St. Moritz war Aita sehr gut in Form und verbesserte ihre PB kurz vor der SM in Regensdorf auf starke 4‘39“. Leider hat es Aita in der Woche vor der SM mit Fieber ins Bett gelegt. Noch 2 Tage vor der SM war nicht an einen Start zu denken. Am Samstag ging sie dann doch mutig, aber geschwächt an den Start und qualifizierte sich mit der viertbesten Zeit für das Finale vom Sonntag. Im Final konnte sie – nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte – der Tempoverschärfung der späteren Zweiten und Dritten nicht mehr folgen. Tapfer lief Aita ins Ziel und wurde doch noch gute Siebte, und dies im jüngeren Jahrgang.

Der Sprinter Martin Fuchs hatte einen Doppelstart über 100m und 200m geplant. Nach einer längeren muskulär bedingten Verletzungspause im Juni und anschliessend spontanen Ferien kam Martin trotz der kurzen Distanzen nicht auf Touren und spürte den Trainingsrückstand. Im 100m lief Martin bei leichtem Gegenwind 11.47s, was natürlich Endstation bedeutete. Für den Final wären 11.22s erforderlich gewesen. Am Sonntag auf der doppelten Distanz zeigte sich der Trainingsrückstand doppelt. Trotz sehr guten Bedingungen und schönem Rückenwind reichte es nur für 23.30s. Für den Finalplatz hätte er genau eine Sekunde schneller laufen müssen. Dennoch sollte die SM Ansporn sein, fit und motiviert in das Wintertraining einzusteigen.

Lars Widmer ging in seiner Paradedisziplin 400m Hürden an den Start. Nach einer Myokarditis im Winter und dementsprechend langer Pause überraschte Lars im Juni an der SVM mit 53.68s über die 400m Hürden und kratzte damit sogar am Uralt- Vereinsrekord aus dem Jahre 1983 von Andreas Huber (53.52s). Leider wurde Lars kurz vor der Aktiv-SM im Juli erneut vom Pech verfolgt und erlitt einen Ermüdungsbruch im linken Fuss. Die Zwangspause von sieben Wochen, davon fünfeinhalb Wochen an Krücken, überbrückte er mit Wassertraining, welches das Lauf- und im Speziellen das Hürdentraining nicht ersetzen konnte. Als Kämpfer schaffte er es, eine Woche vor der SM wieder fit zu sein und bestand an der Staffel-SM mit einem 400m Lauf den Belastungstest. Als Nummer 2 der Saisonbestenliste angetreten, wollte er natürlich wie im Vorjahr eine Medaille gewinnen. Leider konnte er die fehlenden Hürdentrainings nicht ganz kompensieren. Zwar überstand er den Vorlauf problemlos, musste dann aber im Finale mit 55.33s den undankbaren vierten Platz akzeptieren.

Im Speerwerfen waren mit Paul Filges und Jeremias Rüegg zwei TVU-Athleten am Start. Als Titelverteidiger gehörte Paul zu den Mitfavoriten. Mit 56.92 m kam er aber nicht ganz an seine besten Leistungen heran und musste mit dem undankbaren Platz 4 vorlieb nehmen. Jeremias gelang mit 46.93 m eine neue PB, die ihm den 10. Platz einbrachte.

Jeremias war dann auch noch im Kugelstossen und Diskuswerfen am Start. Mit der 6 kg-Kugel gelang ihm ebenfalls eine neue PB (12.62 m), die ihn wie im Speer auf den 10. Platz brachte. Im Diskus gelang keine neue PB und es resultierte Platz 14.

 

U23

Bericht Christian Kölle (Samstag)

In der Altersklasse U23 waren “nur” drei TVU-Athleten am Start. Alle hatte ihren ersten Einsatz am Samstag. Als erstes startete Torben Kölle im Hochsprung. Nach kleinen Problemen auf den ersten Höhen konnte er die 1.85 m im ersten Versuch meistern und damit seine PB egalisieren. Die nächste Höhe von 1.90 m stellte dann (noch) eine zu grosse Hürde dar. Mit dieser zufriedenstellenden Leistung rangierte sich Torben auf Platz 7 im Feld.

Im Vorlauf über 1500 m ging dann Gabriel Patzi an den Start. Taktisch klug laufend hielt er sich immer im vorderen Teil des Feldes auf, leistete auch seinen Teil der Führungsarbeit und konnte sich mit einem dritten Platz über die direkte Qualifikation für das Finale am Sonntag freuen.

Das Gleiche gelang Laurin Rüdisüli im Vorlauf über die 800 m. Im taktisch gelaufenen Rennen konnte sich Laurin auf seine Sprintfähigkeiten verlassen und mit dem dritten Platz ebenfalls die direkte Qualifikation klar machen.

Am Sonntag stand für die beiden Mittelstreckenläufer Laurin (800 m) und Gabriel (1500 m) die Finals auf dem Programm. Laurin konnte nicht ganz an seine Leistung vom Vortag und der übrigen Saison anschliessen und belegte am Ende Platz 6. Gabriel konnte sich gegenüber dem Vorlauf zwar um 6 s steigern aber im recht schnellen Rennen reichte dies schliesslich nur zu Platz 8.