GV von TVU Sport für Alle vom 9.3.2018

Überraschende Wende bei der Präsidenten-Suche
Nach einem guten Nachtessen in der Rheinfelder Bierhalle im Zürcher Niederdorf begann die GV des TVU Sport für Alle mit nur 15 Anwesenden und eher tristen Aussichten in den verschiedenen Jahresberichten ziemlich verhalten und steigerte sich im Laufe des Abends zu einer positiven Überraschung bei der Neubesetzung des Präsidentenamts.
Als Präsident Roland Keller die Versammlung um 20 Uhr eröffnete, waren neben den vier Vorstandsmitgliedern gerademal 10 stimmberechtigte Mitglieder anwesend, und es zeigte sich, dass sich die Reihen der bisherigen «Habitués» aus Alters- und Gesundheitsgründen ziemlich schnell lichten, und dass praktisch kein «Nachwuchs» unter den Versammlungsteilnehmern zu finden ist. Damit war schon einmal ein Gesprächsthema für den Abend gefunden: «Wo sind die jüngeren Mitglieder, und warum kommen sie nicht an die GV um selber mitzubestimmen, was läuft im Verein?»
Solche Fragestellungen zogen sich auch durch die Jahresberichte der verschiedenen Vorstandsmitglieder, die ja alle neben ihrem Vorstandsamt auch noch eine Leitungs-Funktion im sportlichen Bereich haben.
Monika Meile führt neben der Kasse hauptsächlich das Geräteturnen für die Jugend. Ihr Problem ist, dass sie bis zu dreissig Mädchen oder Knaben aufnehmen könnte, wenn sie eine zweite Leiterin oder einen Leiter finden würde. Sie ist seit einem halben Jahr vergeblich auf der Suche und hofft trotzdem immer noch auf eine Lösung. Zurzeit ist sie mit der Gruppe von 20 Kindern allein in der Riedtli-Turnhalle und freut sich an den positiven Resultaten, die in den letztjährigen Wettkämpfen verzeichnet wurden.
Aktuar Karl-Heinz Oetiker ist gleichzeitig der Chef der Volleyballgruppe, und er kann sich über mangelnde Teilnehmerzahlen in den Trainings nicht beklagen. Im Gegenteil – mit über 20 Spielerinnen und Spielern in einer kleinen Halle, sind auch hier Grenzen erreicht worden. Dazu kommt, dass in diesem Bereich die Fluktuation ziemlich gross ist, da auch viele Teilnehmer von ETH und Uni herkommen und dann vielfach nach zwei, drei Jahren wieder verschwinden und sich deshalb nicht an den Verein binden lassen. Auch die Frage nach Wettkampf- oder Plausch-Sport wird immer wieder aufgeworfen und verantwortet manchmal Abgänge von Spielern, welche an einer geregelten Meisterschaft teilnehmen wollen.
Jules Weiss, der Technische Leiter, berichtete über den Zusammenschluss der beiden Gymnastikgruppen, der nach dem Rücktritt der einen Leiterin nötig geworden war. Nach einer Reihe von Abgängen von älteren Mitgliedern, ist die Gruppe nun wieder etwa so gross, wie vorher die noch bestehende Gruppe. Auch hier fehlt ganz offensichtlich der Nachwuchs.
Kurt Wissmann organisiert schon seit Jahren Ausflüge, und dabei besonders die Bergturnfahr im Herbst. Diese war 2017 von besonderem Pech verfolgt, als die Tour auf die Hochebene Palfires, hoch über dem Walensee zwei Tage vor der Durchführung wegen Neuschneefällen abgesagt werden musste. Dank Organisationstalent und einer funktionierenden Telefon- und E-Mail-Kette konnte Kurt aber ein Ersatzprogramm im schneefreien Mittelland präsentieren. Die Wanderung über 18 km führte von Brugg über das Gebenstorfer Horn und Turgi zum Schloss Böttstein. Die Teilnehmer/innen waren begeistert und die Fotos beeindruckend. Die Palfires-Tour soll nun im kommenden Herbst nachgeholt werden.
Die Jahresrechnung von Monika Meile weist für das Jahr 2017 einen kleinen Gewinn von knapp 150 Franken aus und führt zu einem entsprechenden Vermögenszuwachs. Die Finanzen gaben zu keinerlei Diskussionen Anlass, und der Vertreter der Revisoren, Kurt Wissmann bemängelte einzig die fehlende Transparenz bei den Mitgliederbeiträgen im Verkehr mit dem Zentralverein. Aber hier dürfte vor allem die noch mangelhafte Nutzung der Vorteile des neuen administrativen Systems der Grund sein, und in Zukunft verbessert werden. Nach der einstimmigen Annahme von Rechnung, Revisorenbericht und Budget für 2018, bedankte sich der Präsident bei der Kassierin für die gute und «zielgenaue» Arbeit, welche das aufgestellte Budget nur knapp verpasste.
Damit stand einer Décharge-Erteilung für Vorstand und Revisionsstelle nichts mehr im Weg, und man konnte zum Knackpunkt des Abends, den Wahlen übergehen.
Die bisherigen VS-Mitglieder Karl-Heinz Oetiker als Aktuar, Jules Weiss als Technischer Leiter und Monika Meile als Kassierin stellen sich weiterhin zur Verfügung und wurden mit Applaus gewählt.
Präsident Roland Keller hatte schon vor einem Jahr aus Gründen der beruflichen Überlastung den Rücktritt eingereicht, sich dann aber von der Versammlung zu einem weiteren Präsidial-Jahr «breitschlagen» lassen. Diesmal war der Fall aber klar. Der Rücktritt war endgültig, und es hatte sich trotz intensiver Suche kein Nachfolger finden lassen.
Die Diskussion, die darauf hin begann dreht sich vor allem darum, wie weit sich die Volleyballer/innen, die ja noch in den «besten Jahren» sind, für Ämter im Vorstand gewinnen lassen könnten. Deren Chef bestätigte, dass dieses Thema schon angeschnitten worden sei, dass aber keine grossen Hoffnungen bestünden, aus diesem Potential schöpfen zu können.
Damit befand sich die Stimmung auf einem Tiefpunkt. Man war wieder dort, wo man schon öfters gewesen war. Dem TVU Sport für Alle fehlte der Kopf. Kein Präsident weit und breit, und keine Abhilfe in Sicht. Der abtretende Präsident wollte das Traktandum schon schliessen, da meldete sich mit Anton Kilchmann ein Versammlungsteilnehmer, der meinte, man sollte dieses Thema nicht einfach auf diese Art beenden. Man müsse versuchen, eine Lösung zu finden. Er regte an, ein Co-Präsidium mit Karl-Heinz Oetiker und einem neuen Mann zu versuchen, und er gab auf Nachfrage des Präsidenten, ob er dieses Amt übernehmen würde, sein «Ja» dazu. Die allgemeine Verblüffung und Begeisterung ob dieser Wende, konnte nur noch mit dem freudigen Strahlen im Gesicht des bisherigen Präsidenten konkurrieren. Und Karl Heinz Oetiker gab seine Zustimmung ebenfalls sofort. Die Pointe folgte auf dem Fuss, als sich das neue Vorstandsmitglied vorstellte und als Mitglied der Volleyballgruppe «outete», welches zum ersten Mal an einer GV dabei war. «Volleyballer ersetzt Volleyballer», nachdem man gerade kurz vorher eine solche Lösung noch für sehr unwahrscheinlich gehalten hatte…
Mit grossem Applaus wurde Anton Kilchmann als neues Vorstandsmitglied gewählt, und der vierköpfige Vorstand hat nun alle Optionen offen, die Aufgaben für die einzelnen Mitglieder zu definieren und den Vereins-Strukturen anzupassen.
Die deutlich verbesserte Stimmung in der Versammlungsrunde wurde nur noch einmal kurz gedämpft, als beim Traktandum «Mutationen» im vergangenen Jahr ein Mitgliederrückgang um 25 Mitglieder auf nunmehr 124 Mitglieder bekannt wurde, und vor allem, als man mit einer Gedenkminute von den 2017 verstorbenen Kameraden Reto Caminada und Rudolf Ludin Abschied nehmen musste.
Das Jahresprogramm sieht für das Jahr 2018 neben den bisherigen Tätigkeiten neu einen Kegelabend im Rest. «zum fallenden Brunnenhof» vor, der den Kontakt zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Vereinsgruppen fördern soll. Dazu hat der Vorstand für die GV 2019 eine neue Form geplant, indem man im Sihlhölzli einen Anlass mit verschiedenen Attraktionen rund um die Versammlung auf die Beine stellt. Dazu zählen Vorführungen der Geräteturngruppe, ein Volleyballturnier und ein Apéro, welche zum Besuch der Versammlung animieren sollen. Hinzu kommt auch das Versprechen, die Dauer der Versammlung von bisher meist fast anderthalb Stunden auf einen Drittel dieser Zeit zu reduzieren, indem die Jahresberichte und viele der übrigen Unterlagen bereits mit der Einladung verschickt würden, so dass diese Traktanden nach dem Motto «In der Kürze liegt…» abgehandelt werden können.
Es lohnt sich also, sich jetzt schon das Datum der nächsten GV am Samstag, 9. März 2019 zu merken und in der Agenda zu notieren.
Unter Verschiedenem wurde die schon am Anfang der Versammlung aufgenommene Diskussion über die Möglichkeiten, den TVU Sport für Alle attraktiver und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen, fortgesetzt. Und sie mündete in die Grundsatzfragen «Wer sind wir, und was wollen wir sein.»
Auf Antrag des Präsidenten wurde die Versammlung um 21.20 Uhr geschlossen, und die Diskussion sollte sozusagen «off Records» weitergeführt werden. Den Protokollführer wird’s freuen…
Zum Schluss des offiziellen dankte Kurt Wissmann dem scheidenden Präsidenten Roland Keller für seine drei Jahre grossen Einsatz für den TVU SfA im Namen aller Mitglieder, und die Versammlung unterstützte dieses Votum gerne. Der langanhaltende, dankbare Applaus war Lohn für den abtretenden Präsidenten und Ermunterung zugleich für seinen Nachfolger.

Peter Tobler

 

– Das ist der neue Präsident von TVU SfA

– Jahresprogramm 2018