Zwei neue TVU-Ehrenmitglieder

Martin Regli und Heiri Bader sind neue TVU-Ehrenmitglieder

EM 2016 Bader - RegliMit der Ernennung von Martin Regli und Heiri Bader zu Ehrenmitgliedern schliessen wir ein Kapitel im TVU ab, das eine lange Tradition gehabt hat und mit sehr vielen Sentimentalitäten behaftet ist. Die Rede ist von der Skiriege des TVU, TVU-Skihaus farbversinnbildlicht durch deren Herzstück, das Skihaus auf dem Stoos.  Nach dem Rücktritt der «alten Garde» aus dem Vorstand im vergangenen Herbst, kam vielen älteren Mitgliedern die Erkenntnis, dass die ehemalige Skiriege nun endgültig der Vergangenheit angehöre. Und damit war es höchste Zeit, um zwei längst fällige Ehrungen zu vollziehen, nämlich jene von Martin Regli und Heiri Bader für ihre langjährigen, grossen Verdienste um die Skiriege des TVU.
Weil der sportliche Lebenslauf der beiden Kameraden im TVU unglaublich viele Parallelen aufweist, wollen wir sie in einem ersten Teil gemeinsam vorstellen.
Das beginnt schon damit, dass beide keinen TVU-üblichen Lebenslauf aufweisen, nämlich von der Jugendriege zur Aktivsektion und vielen begeisterten Turnfestteilnahmen…
Skihaus TVU-MeisterschaftMartin Regli wuchs in Riesbach auf und ging dort in die Jugi, und Heiri Bader verbrachte seine Jugend in Dielsdorf und demgemäss in jener Jugendriege. Der gemeinsame Nenner war das TVU-Skihaus auf dem Stoos, mit den Namen Bader und Regli seit Jahrzehnten eng verbunden. Dort trafen die beiden samt ihren älteren Geschwistern bei den Skirennen auf die „echte“ TVU-Jugend und fuhren diesen meist um die Ohren.
Mit sechzehn Jahren waren die beiden dann alt genug, um in die Skiriege und damit auch in den TVU einzutreten. Und das mit dem um die Ohren fahren ging auch bei den Aktiven weiter…
Allerdings ist es schwierig, sich an die beiden Jüngsten ihrer Familien zu erinnern. Sie standen stets etwas im Schatten ihrer älteren Brüder, denen sie gerne das Rampenlicht überliessen. So ist diese Mannschaftsaufnahme vom Eidgenössischen Turnerskitag 1972 auf dem Stoos, den der TV Unterstrass organisiert SKi-TVU 1972hat, fast das einzige Bild, das die beiden gemeinsam auf einem Foto zeigt. Dass sowohl Martin wie Heiri im Langlaufen glänzten, hat TVU-Tradition, und hier konnten sie leistungsmässig mit der Zeit auch ihre Brüder überflügeln. Aber grosse Worte waren immer noch nicht ihre Sache. „Meh lifere als lafere!“ – unverkennbar die Maxime ihrer Väter, begleitete sie auch auf dem weiteren Weg durch die Geschichte der Skiriege, denn während sie noch aktiv waren, halfen sie bereits in verschiedensten Funktionen bei der Führung der Skiriege und der Organisation von deren Anlässen.

Und von hier an lohnt es sich zu differenzieren.

Martin Regli (Jahrgang 1945)
EM 2016 Regli MartinMartin ist schon ab 1968 als Trainer in den Vorstandslisten verzeichnet, auch als Helfer und Vorbild für den TVU-Nachwuchs. Fünf Jahre später übernahm er dann für zwei Jahre das Amt des Obmanns der Skiriege, welche in jenen Jahren bereits mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen zu kämpfen hatte. Die Clubs und Vereine aus der Stadt hatten immer deutlicher mit Standort-Nachteilen zu kämpfen.
Bedingt durch immer stärkere berufliche Belastungen verschwand Martin Mitte der Siebzigerjahre aus den Vorstandslisten und ward hauptsächlich als versierter Helfer bei speziellen Anlässen geschätzt. Beim TVU-OL und natürlich auch beim legendären Chnoblibrot-Stand am oberen Rennweg während dem Silvesterlauf war er nicht wegzudenken. Als dann 2006, nach dem Rücktritt von Armin Caspari als Präsident des Ski Clubs, dessen Nachfolger Hans Seeholzer den Posten des Kassiers neu besetzen musste, war es erneut Martin Regli, der sich in der Not wieder einspannen liess und die Kasse bis zur Versammlung im vergangenen Herbst umsichtig und zielgerichtet führte.

Heiri Bader (Jahrgang 1948)
EM 2016 Bader HeiriHeiri war als begabter Langläufer schon früh auch ein begeisterter Tourenfahrer, den es im Frühjahr immer wieder ins Hochgebirge zog. Damit folgte er ebenfalls einer guten TVU-Tradition, und es war nur folgerichtig, dass er 1980 in der Skiriege das Amt des Tourenchefs übernahm, als Nachfolger seines älteren Bruders Ruedi. Und von da an folgte er einer weiteren Tradition und brachte dieses Amt während 36 Jahren nicht mehr los. Im Gegenteil: als vor rund 10 Jahren der Posten des Rennchefs nicht mehr besetzt werden konnte, übernahm er diese Arbeit in Personalunion ebenfalls.
Dabei war den beiden Ämtern gemeinsam, dass sie mit fortschreitender Zeit im TVU immer marginaler wurden, so dass der Organisations-Stress der früheren Jahre später eher dem Frust wich, Touren zu planen oder Rennen zu suchen, für die es kaum mehr Teilnehmer/innen gab. Heiri bot zwar die Gelegenheiten an, aber sie wurden nur selten genutzt.
Trotzdem gab es auch in den letzten Jahren einzelne Höhepunkte, etwa als man sich entschloss, es bei speziellen Gelegenheiten einmal mit dem «Fly and Ski» zu versuchen, wo man sich per Lufttransport zu grandiosen Pulverschneeabfahrten führen liess. Unvergesslich war im Ski Club-Jubiläumsjahr 2006 der Ausflug auf den Petersgrat und die Abfahrt bis ins Lauterbrunnental.

Nun ist das Kapitel Ski Club, respektive die rund vierzigjährige Verantwortung dafür, für beide Kameraden endgültig abgeschlossen, und Martin und Heiri dürfen mit Stolz zurückblicken und zugleich erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass ihre Anstrengungen nicht umsonst waren. Der Ski Club lebt noch, und das Skifahren ist im TVU als einzigem Verein in der Stadt Zürich weiterhin möglich.

Wir gratulieren den beiden neuen Ehrenmitgliedern herzlich zu ihrer Ernennung und wünschen ihnen, auf und neben den Ski, weiterhin alles Gute.

Peter Tobler