TVU-Delegiertenversammlung vom 18.1.2018

Die DV im Sihlhölzli zeigte auf: es gibt im TVU derzeit
Viele Baustellen – wenig Visionen!
Es ist immer schwierig für einen neuen Präsidenten, eine erste Versammlung zu führen, denn die Abläufe sind neu und müssen manchmal auch neu angepasst werden. Und wenn erschwerend dazu kommt, dass aus tragischen Gründen die Hilfe des Vorgängers fehlt, dann türmen sich Berge auf, die dann schon einmal in den Überlegungen gipfeln können, «ob man sich so etwas noch ein weiteres Jahr antun wolle».
Bertram Dunskus hat sich entschieden, weiterzumachen und erhielt dafür von den 21 Delegierten Beifall. Und Dunskus hat keine einfache Vorgabe, denn es zeigen sich zurzeit im TVU und einigen seiner Vereine eine ganze reihe Baustellen in personeller und finanzieller Hinsicht, welchen kaum mit «Pflästerli-Politik» begegnet werden kann, sondern die nach einer gesamtheitlichen Lösung für das ganze «Gebilde TVU» rufen. Und hier ist natürlich der Zentralpräsident in erster Priorität gefordert. Hier brauchte es Visionen für die Zukunft, welche allerdings bisher noch nicht ersichtlich wurden.
Nach einem Apéro, der von den Handballern unter Martin Jodl in bester Tradition organisiert worden war, eröffnete Zentralpräsident Bertram Dunskus um 19 Uhr die 29. Delegiertenversammlung des TVU mit einer Schweigeminute für die im vergangenen Jahr verstorbenen Vereinsmitglieder.
Der Appell ergab, dass 21 von möglichen 23 Delegierten anwesend waren, wobei wie üblich, anwesende «interessierte Mitglieder» plötzlich, wie von Zauberhand, noch zu Delegierten ihres eigenen Vereins wurden. Peter Zingg traute man zu, dass er als alleiniger Stimmenzähler die Übersicht bei Abstimmungen behalten würde.

Nach der positiven Nachricht, dass sich der Mitgliederbestand am 31. Dezember 2017 um 43 Mitglieder auf 1273 erhöht habe, bot das Protokoll der DV 2017, von Ruedi Kern erstellt und im Vereinsorgan veröffentlicht, keinen Ansatz zu Kritik und konnte einhellig abgenommen werden.
Der Jahresbericht des Zentralpräsidenten wurde mündlich vorgetragen und soll im Vereinsorgan noch schriftlich veröffentlicht werden. Bertram Dunskus bedankte sich dabei vorerst einmal für seine Wahl im vergangenen Jahr, die er ja nicht selbst miterlebt hatte, und danach bedankte er sich bei seinen Vorstandskollegen, welche ihm die Angewöhnung ans neue Amt erleichtert hätten. Er musste zugeben, dass er sich bei der Zielsetzung für sein erstes Jahr mit der Modernisierung der TVU-Medien Vereinschronik und Website, sowie einer Koordination der Helfereinsätze der einzelnen Vereine, ziemlich verschätzt hatte und überall zurückbuchstabieren musste. Die Helfereinsätze wurden vollständig fallengelassen. Für das kommende Jahr erhofft sich Dunskus eine etwas ruhigere Zeit, da ja in den nächsten Jahren weder Jubiläen noch sonstige grössere Anlässe anstehen würden.
Beim Blick auf die Finanzen konnte der abtretende Finanzchef Tom Lawson keine allzu optimistische Prognose stellen. Das strukturelle Defizit im TVU beträgt jährlich rund 10-12’000 Franken, welches in diesem Jahr durch eine sehr grosszügige 5000 Franken-Spende von Laura Griesser, auf einen Jahresverlust von 4400 Franken gesenkt werden konnte. Dazu beigetragen hat auch, dass der Verein Zürcher Silvesterlauf dem TVU die jährlichen Lizenzkosten für die Administrations-Software «Fairgate» schenkte, was ebenfalls rund 3200 Franken wert war. Als grösster Kostenfaktor ist nach wie vor der Druck und Versand des Vereinsorgans «TVU Vereinschronik» auszumachen, der über 45’000 Franken im Jahr beträgt und nur durch rund 8000 Franken Einnahmen aus Inseraten und Neu­jahrs­­glückwünschen gemildert wird. Hier soll denn auch nach dem Willen des Zentralvorstands der Sparhebel angesetzt werden, indem das Vereinsorgan ab 2019 statt 11 nur noch 6mal pro Jahr erscheinen soll.
Als Vertreter der Revisoren lobte sein Vorgänger Thomas Zudrell die saubere und effiziente Arbeit von Tom Lawson, der den Abschluss innert kürzester Zeit realisieren musste. So wurden die Rechnung 2017 und das Bud­get 2018 (mit einem budgetierten Verlust von 12’800 Franken) von den Delegierten einhellig angenommen und anschliessend dem Zentralvorstand die nötige Décharge erteilt. Tom Lawson wurde für seine hervorragende Arbeit in den vergangenen Jahren mit einem Blumenstrauss und mit grossem Bedauern aus dem ZV verabschiedet.
Bei den Wahlen war die Bestellung eines Wahlobmanns vergessen gegangen, so dass der Präsident dieses Geschäft gleich selbst an die Hand nahm. Nachdem der bisherige Finanzchef Tom Lawson wegen beruflicher Mehrbelastung vor einem halben Jahr den Rücktritt auf diese DV bekannt gegeben hatte, ist es bisher nicht gelungen, diese Lücke im Zentralvorstand zu schliessen. Damit erfüllt der ZV mit den drei Mitgliedern Bertram Dunskus (Präsident), Bruno Lafranchi (Vizepräsident) und Ruedi Kern (Redaktor Vereinsorgan) gerade noch die statutarischen Mindestanforderungen, und weil auch das Zentralsekretariat schon seit längerem nicht mehr besetzt ist, besteht auf dieser «Baustelle Administration» schon einmal dringender Handlungsbedarf. Weil aber in einzelnen Vereinen ebenfalls die Finanzchefs fehlen, muss man in diesem Sektor schon fast von einer Grossbaustelle im TVU sprechen.
Wie üblich schloss die DV mit einem erfreulichen Traktandum, nämlich mit den Ehrungen. Der TVU 60plus hatte zum ersten Mal als eigenständiger Verein einen Vorschlag für die Verleihung einer Ehrenmitgliedschaft an eines seiner Mitglieder gemacht. Domi Gisler, seit sieben Jahren im Vorstand von TVU 60plus für die Mitgliederkontrolle zuständig, wurde vorgestellt und von den Delegierten mit Applaus zum TVU-Ehrenmitglied ernannt, womit die Zahl der Ehrenmitglieder derzeit bei 75 steht.
Um den Abend abzurunden, traf man sich wieder am Apéro- und Dessert-Buffet, wo auch die Gelegenheit wahrgenommen wurde, um dem neuen Ehrenmitglied zu gratulieren und dem Zentralvorstand alles Gute für die Lösung der anstehenden Probleme zu wünschen.

Peter Tobler

–  Vorstellung des neuen Ehrenmitglieds

 

Weitere Bilder von der DV: