Nord. Ski-WM in Oslo

Nord. Ski-WM in Oslo 23. 2. bis 6. 3. 2011                                                                       

TVU-Fans am Puls der „Nordischen“  

Holmenkollen gilt als die Wiege des nordischen Skisports und ist auch heute noch das Zentrum und „Mekka“ für alle Langläufer und Skispringer. Klar, dass wenn dort eine Weltmeisterschaft – zumal noch mit TVU-Beteiligung – stattfindet, dass dann auch aus unserem Verein Fans nach Oslo reisen. Yvonne Caspari, Käthi und Bernhard Regli bildeten ein hartgesottenes Trio, welchem auch Kälte und Nebel in den ersten Tagen wenig anhaben konnte. Ihr Erlebnisbericht spricht für sich!   (P.T.) 

 

Am Freitag, 25. Februar wurden wir in Oslo herzlich von Ruth Schmid empfangen, die aus Trondheim angereist war. Zeitweise ge­hörten zu unserer Gruppe auch noch Ehemann Ruedi und Tochter Marit. Wir schätzten uns glücklich, dass uns Ruth ein gutes Hotel, mitten im Zentrum von Oslo gelegen, reserviert und uns die Eintrittskarten zu allen Wettkämpfen organisiert hatte. Wir sind Ruth, deren Söhne ja in der nordischen Kombination im Einsatz standen, sehr dankbar für alle grosse Hilfe im Vorfeld und die Betreuung im Lauf der Woche.

 

Die Nordische Ski-WM 2011 (48. Welttitelkämpfe der FIS) war nach 1930, 1966 und 1982 bereits die Vierte am berühmten Hol­menkollen von Oslo. Die Stadt hat mit dem Bau der neuen, modernen Anlagen für diese Wettkämpfe sehr viel investiert. Gebaut wurde ein komplett neues Langlauf-Stadion mit Über- und Unterführungen, Brücken und Tunnels. Das Trasse für die Laufstrecken wurde zum grössten Teil auf 9 Meter verbreitert, um damit auch für die Massenstarts genügend Platz zu bieten. Die Wettkampfstrecken führen immer noch teilweise durch Waldgebiete. Die längste Runde ist 10km lang.

 

Dazu wurden am Ort der bisherigen, zwei neue Schanzen gebaut, die Normalschanze „Midstubakken“ mit Hill Size 106m und einer Kapazität von ca. 15’000 Zuschauern, und die alles überragende Grossschanze „Holmenkollen“ (Hill Size 134m) mit Platz für ca. 35’000 Zuschauer.     Digital StillCamera

Die grosse Schanze fällt durch ihre ganz spezielle Architektur auf. Gemäss Zeitungen soll diese Schanze seit den ersten Holmenkollen-Spielen 1892 19x um- oder neu gebaut worden sein. Der Anlaufturm ist 65m hoch und von sehr weit her zu sehen. Im Turm gibt es auch eine  Aussichtsplattform, ein Cafe und das berühmte Ski-Museum, wo auch die 120- jährige Geschichte des Holmenkollens u.a. mit Modellen dokumentiert ist. Alle Lauf- und Sprunganlagen am Holmenkollen sind im Besitz der Stadt Oslo.

 

Langlauf ist der Sport Nummer 1 in Norwegen, was auch erklärt, dass täglich über 100’000 Interessierte an den Holmenkollen reisten, um die WM-Wettkämpfen zu verfolgen und die Athleten anzufeuern. Wir konnten uns dies kaum vorstellen, aber man muss diese Begeisterung wirklich miterlebt haben.

 

Wir waren mit drei grossen Schweizerfahnen und kleineren Schweizer- und Norwegerfähnchen gut ausgerüstet und haben uns damit auch entsprechend in Szene gesetzt und die Athleten angefeuert.  115CH-Norw-Fahnen Über die unbefriedigenden Langlauf-Resultate unserer Läufer und die Gründe dafür, wurde ja in den Schweizer Zeitungen ausführlich berichtet und spekuliert. Gefreut haben wir uns sehr, dass Simon Ammann doch noch die Bronzemedaille auf der Grossschanze gewinnen konnte. Nach dem ersten Sprung hatte es gar nicht danach ausgesehen. Speziell haben wir natürlich die Nordische Kombination verfolgt, wo Jan und Tommy Schmid im Einsatz waren. In beiden Teamwettkämpfen konnte Norwegen die Bronzemedaille gewinnen, wozu auch Jan seinen Beitrag geleistet hat. Die Nation hatte allerdings hier den Sieg erwartet. Die Schweiz konnte im Teamwettkampf auf der Grossschanze mit Tommy noch den achtbaren 8. Rang erkämpfen.120mit-Tommy

 

Am Holmenkollen ist es Tradition, dass die Erstklassierten zur Gratulation in die Loge des Königs gebeten werden. König Harald V und weitere Mitglieder der Königsfamilie waren bei allen Wettkämpfen anwesend. Das norwegische Königshaus ist sehr volksnah. Kronprinz Haakon arbeitete von Beginn weg im OK der WM mit.

 

Am Abend um 19.30 Uhr fanden jeweils in Oslo die Medaillenübergaben auf dem Platz vor der Universität statt. Auch an diesen Zeremonien war das Zuschauerinteresse sehr gross. So waren am Freitagabend nach der Männerstaffel und dem Teamwettkampf der Nordischen Kombination, laut Polizei ca. 100’000 Zuschauer anwesend, und am Samstagabend sogar rund 150’000.

 

Da man fast den ganzen Tag unterwegs war, musste man entweder einen Lunch mitnehmen oder sich bei den zahlreichen Verpflegungsständen eindecken. Auf dem Gelände der Grossschanze gab es auch ein sehr grosses Verpflegungszelt, wo man sich etwas aufwärmen konnte. Verpasst hat man dabei nichts, verschiedene Fernsehapparate hielten einem auf dem Laufenden.

 

Am Sonntag, 6. März fand zum Abschluss der WM noch der 50km Lauf der Männer statt – am Holmenkollen immer etwas ganz Spezielles! Der Norweger Sieg in diesem Lauf wurde natürlich nochmals gebührend gefeiert. Daran anschliessend fand im Langlauf-Stadion eine einfache aber schöne Schluss­zeremonie mit den üblichen Dankensreden statt. Der Dank war verdient, denn auch wir hatten das Gefühl eine gut organisierte WM miterlebt zu haben.

Mit vielen positiven Eindrücken machten wir uns auf den Heimweg. Der letzte Flieger nach Zürich war am Sonntagabend praktisch ausgebucht, vor allem mit Offiziellen, Verwandten und Freunden der Athleten. Die Swiss brachte uns wohlbehalten nach Hause.

 

Yvonne Caspari

 

(Bearbeitung: Peter Tobler, Fotos: Bernhard Regli, Ruth Schmid)