Nachruf Rolf Eppler

Wir trauern um unser langjähriges Mitglied

Veteran Rolf Eppler † (13.8.1930 – 22.12.2016)

Vor knapp zwei Jahren wurde Rolf Eppler für 60 Jahre Mitgliedschaft im TVU geehrt, und es war da schon zu sehen, dass seine gute Konstitution, die ihn Zeit seines Lebens ausgezeichnet hatte, geschwunden war, sodass er sich in den letzten zwei, drei Jahren immer wieder mit Spitalaufenthalten und Reha-Wochen abmühen musste.

Am 22. Dezember wurde er nach einem letzten schweren Krankheitsanfall im 87. Altersjahr von seinen Leiden erlöst. Die TVU-Familie entbietet seiner Tochter und den beiden Söhnen mit ihren Familien ihr tiefes Beileid und wünscht viel Kraft in einer schweren Zeit.
Rolf Eppler, der seine Kindheit und Jugendjahre im Herzen von Unterstrass, an der Stapferstrasse verbrachte, kam relativ spät, erst mit 25 Jahren zum TVU. Es war ein logischer Schritt für einen jungen Mann, der dem Sport schon früh verbunden war und mit Skitouren, Bergsteigen und Klettern (vorzugsweise in den Dolomiten) seiner Liebe zur Natur freien Lauf lassen konnte.
Im TVU schloss er sich folgerichtig der Skiriege an, wo er ein begeisterter Langläufer und Skitouren-Teilnehmer wurde. Dass er dabei im Sommer auch zu den Sektionsturnern gehörte, welche an den Turnfesten die Reihen der Grosssektion Unterstrass «füllten», nahm er in Kauf, auch wenn er kein fanatischer Turner war. Umso mehr fiel aber seine Präsenz im Winter im Skihaus auf dem Stoos auf, wo er regelmässig mit seiner Familie anzutreffen war.
Seine ersten geschichtlichen Spuren in den TVU-Annalen hinterliess er im Frühjahr 1957 mit einer Resultatmeldung in der TVU-Chronik des 71. Ranges im Björnstad-Langlauf im Gantrischgebiet, der über 30 km führte. In den folgenden Jahren tauchte sein Name bei Langläufen oder im OL mit schöner Regelmässigkeit auf; nicht an der Spitze, eher im hinteren Mittelfeld, aber immer mit guter Laune. Seine manchmal skurrilen, manchmal bissigen, aber nie bös gemeinten Sprüche waren auf dem Stoos schon bald Legende.
Beruflich arbeitete er als Maler, später mit einer eigenen Werkstatt in Zürich, und war darum handwerklich prädestiniert, für sein zweites grosses Hobby in den 1980er-Jahren ein eigenes Segelboot zu bauen, mit dem er sich auf dem Zürichsee die Segeltauglichkeit holte, um später mit Kollegen zusammen in einem deutlich grösseren Boot das Mittelmeer unsicher zu machen. Beruf und Segeln gab er erst auf, als er das 80. Lebensjahr erreicht hatte, so dass er endlich etwas mehr Musse gehabt hätte, den Lebensabend zu geniessen. Leider begannen ihn dann schon bald seine Kräfte zu verlassen, was für einen, der früher nur so vor Kraft gestrotzt hatte, nur schwer zu akzeptieren war. Nachdem Rolf längere Zeit in Dübendorf gewohnt hatte, kehrte er 1985 nach Zürich zurück, wo er im Niederdorf Wohnung und „Maler-Bude“ vereinen konnte, ehe er dann vor einigen Jahren wieder an die Stätte einer Jugend an der Stapferstrasse zurückkehrte und damit sinnbildlich seinen Lebensweg abrundete – ein Lebensweg, der kurz vor Weihnachten 2016 zu Ende war.
Wir werden Rolf mit seinem kantigen und doch liebenswürdigen Wesen im TVU vermissen.

Peter Tobler