Nachruf für Werner Köhli

Wir trauern um Werner Köhli † (2.5.1921 – 21.2.2017)

Zwei Monate vor seinem 96. Geburtstag ist Werner Köhli in seinem Zuhause der letzten Jahre, im Alters- und Pflegezentrum in Embrach, friedlich eingeschlafen.

Er hat in den letzten Monaten nicht mehr viel von seiner Umgebung wahrgenommen, und bei meinem Besuch zu seinem 95. Ge­burtstag hat gerade noch der Begriff TVU bei ihm eine leichte Reaktion ausgelöst. Es war schwer zu verdauen, wenn man seine Vitalität weit über den 90. Geburtstag hinaus noch vor Augen hatte.
Die TVU-Familie drückt seinem Sohn Martin und der gesamten Trauerfamilie ihr tiefes Beileid aus und wird Werner stets in guter Erinnerung behalten.
Werner Köhli trat dem TVU anfangs 1952 bei und blieb während vollen 65 Jahren unserem Verein treu. Im Winter galt seine Liebe dem Skisport, wo er viele Jahre als Einzelläufer und bei den grossen Mannschaftswettkämpfen eine wirkungsvolle Stütze der TVU Skiriege war. Auch an den TVU-Skimeisterschaf­ten war er als vielseitiger Fahrer, Läufer und Springer immer ein gefürchteter Konkurrent im Kampf um den Titel.
Weit über den TVU hinaus wurde er aber als erfolgreicher Orientierungsläufer bekannt. Auch hier erreichte er in Einzel- und Mannschaftwettbewerben grosse Erfolge, die nur noch von seiner noch erfolg­reich­­eren Gattin Irene übertroffen wurden. So sammelten sich im Hause Köhli viele Schweizer­­meiste­rschaftsmedaillen aller Altersklassen an, und auch im Ausland zogen die Köhlis ihre Spuren in den Wäldern der halben Welt. Unverzichtbar waren Werner und Irene natürlich auch am TVU-OL, wo sie es während vielen Jahren als geübte Bahnleger fertigbrachten, dass sich nie jemand im Wald unrettbar verlaufen hat.

Aufs Alter hin verlegten Werni und Irene Köhli ihren Wohnsitz in den wärmeren Süden, wo sie in Ascona ihre zweite Heimat fanden. Leider wurde die Idylle bald durch eine schwere Erkrankung und den frühen Tod von Irene getrübt, so dass Werner fortan als immer noch sehr vitaler Wittwer das Leben meistern musste. Dabei war ihm der OL-Sport eine grosse Hilfe, und er war als aktiver Wettkämpfer noch über seinen 90. Geburtstag hinaus an OL-Wettbewerben anzutreffen. Es ist also nicht übertrieben, zu sagen, dass Werner seinen Weg im Leben stets auf der besten Route bewältigt hat; ein Weg der nun still und leise zu Ende gegangen ist. Seine Asche wurde an jenem Ort beigesetzt, an dem es den Köhlis so wohl war, und wo Sohn Martin ebenfalls immer präsent sein wird – im Rustico in Ascona.

Peter Tobler