Nachruf für EM Walter Telle

Wir trauern um Ehrenmitglied Walter Telle †, (8.8.1935 –9.7.2018) 

Als die Nachricht vom Tod von Ehrenmitglied Walter Telle bekannt wur­de, war man nicht mehr sonderlich überrascht, denn sein Gesundheitszustand hatte sich in letzter Zeit rapid verschlechtert. Der Bewegungsmensch von einst war in den letzten Jahren durch die Parkinsonkrankheit arg handicapiert und zuletzt so eingeschränkt, dass er in einem Pflegeheim betreut werden musste. So gesehen war sein Hinschied kurz vor seinem 83. Geburtstag eher eine Erlösung, aber für seine Familie natürlich nicht weniger schmerz­lich. Die TVU-Familie entbietet sei­ner Gattin Rosmarie und den zwei Söhnen und zwei Töchtern mit deren Familien ihr tiefes Beileid und wünscht viel Kraft in diesen schweren Stunden.

Walter Telle war in Sachen TVU ein „Spätzünder“, denn er trat 1971, damals bereits 36jährig, di­rekt der Männerriege bei, und zwar, weil er dort seinem Lieblingssport, dem Faustballspiel frönen konnte. Dabei engagierte er sich aber schon vom ersten Tag an auch als Helfer und Vorstandsmitglied. Zuerst als Materialverwalter, ab 1974 als Vizeleiter und ab 1978 als Leiter der Männerriege, setzte er sich immer mit vollem Einsatz für das Wohl seiner Vereinskol­le­gen ein. Als 1988 die Einführung des Seniorenturnens be­schlossen wurde, übernahm er auch diesen Leiterposten, den er bis 2010 beibehielt. Daneben bildete er sich auch als Trai­ner der Faustballer weiter und gründete eine Mixed-Volleyball­gruppe, die er zusammen mit seiner Frau Rosmarie auch noch leitete. Als 1991 die Männerriege mit dem TVU-Fitness zum „TVU Sport für Alle“ zusammengelegt wurde, war es wie­der Walter, der sich als Präsi­dent zur Verfügung stellte, und dieses Amt auch bis 2009 ausübte, weil sich einfach kein Nach­folger finden liess. Sein Ver­antwortungsbe­wusstsein dem TVU gegenüber liess halt keine andere Haltung zu, bis er 2010 aus gesund­heit­lichen Gründen auch seine letzten Ämter aufge­ben musste. Der TVU hatte ihm seinen beispiellosen Einsatz schon 1991 mit der Verleih­ung der Ehrenmit­gliedschaft ge­dankt, und der Schweizerische Turnverband verlieh ihm 1996 die STV-Ehrennadel für seine langjährigen Tätigkeiten als Kursleiter in der Spielkommission des Zürcher Kantonalturnver­ban­­ds und als Schiedsrichter im Faust- und Volleyball.
Beruflich arbeitete Walter im Herzen des Quar­tiers Unterstrass, wo er an der Nordstrasse eine Schreinerei, die er von seinem Vater übernommen hatte, weiter ausbaute und zu einem renommierten Qualitätsbetrieb machte. Weil mit seinem ältesten Sohn Thomas ein designierter Nachfolger bereitstand, konnte sich Walter mit 57 Jahren aus dem Berufsleben zurückziehen und hatte nun noch mehr Zeit für seine grosse Leidenschaft, den TVU Sport für Alle.
Aber auch sonst orientierte er sich sportlich neu und begann mit Rosmarie, seiner Frau noch mit dem Tennisspielen, auch das, wie Faust- und Volleyball ein Spiel, bei dem die Kontrahenten durch ein Netz getrennt sind. Kampfspiele waren nicht so seine Sache, die Spielarten, bei denen man im Team einen Angriff ohne Gegner-Kontakt mit Technik und „Köpfchen“ vorbereiten und abschliessen konnte, entsprachen eher seinem Naturell.
Walter, der mit nie nachlassendem Eifer für seine Ziele in Sport und Beruf körperlich und geistig eingestanden war, musste gegen Ende seines Lebens erkennen, dass gegen die Natur mit einer angeschlagenen Gesundheit nicht aufzukommen war, und gegen Ende seiner Leidenszeit mochte er auch nicht mehr kämpfen und ergab sich seinem Schicksal ohne Bitterkeit. Er verschwand von der Lebensbühne genau so still und unauffällig, wie er überall aufgetreten war und sich Sympathien verdient hatte. Nicht zuletzt deshalb hinterlässt er eine grosse Gemeinschaft, eingeschlossen den TVU, die sich mit grosser Dankbarkeit an ihn zurückerinnert.
Danke Walter, für alles was Du uns gegeben hast!
Peter Tobler