Langfristig Ziele verfolgen

Abwechslung vom Büroalltag und Neugierde über ihre läuferischen Fähigkeiten brachten Claudia Blanke zur Laufgruppe des TVU. Im Interview erzählt sie uns ihre Ziele, Motivation und was sie am Marathon besonders reizt.

Claudia Blanke verfolgt in der Laufgruppe des LAC TVU langfristige Ziele

Claudia Blanke verfolgt in der Laufgruppe des LAC TVU langfristige Ziele

Claudia, wie bist du zum Laufen gekommen?

Angefangen zu laufen habe ich erst mit 36 Jahren, als mir klar wurde, dass ich unbedingt einen Ausgleich zu meiner vorwiegend sitzenden Arbeit brauche. Also besorgte ich mir die erstbesten Schuhe und lief los. Schnell merkte ich, wie gut es tat, nach einem Tag vor dem PC, das Grün im Wald und die frische Luft zu geniessen. Kurz darauf wurde bei meiner damaligen Arbeitsstelle eine Marathonreise organisiert. Die Idee, mal einen Marathon zu laufen, faszinierte mich sofort. Also machte ich mich ans Werk. Zunächst wollte ich einfach mal wissen, wie weit ich denn laufen kann. Da ich keine Uhr besass, die mir die Distanz messen konnte, ging ich eines Sonntagmorgens ins Fitness-Studio. Mit Baumwollkleidern und klobigen Indoor-Schuhen bestieg ich das Laufband. Ich sah die Leute kommen und gehen und kommen und gehen… und nach etwa zwei Stunden und 20 km war ich fix und fertig (ich war zu diesem Zeitpunkt natürlich völlig untrainiert). So torkelte ich mit zittrigen Knien aus dem Fitnesscenter, auf direktestem Weg nach Hause zum Kühlschrank… Aber von diesem Zeitpunkt an hatte mich das Thema „Marathon“ vollends gepackt. So startete ich zwei Monate später bei meinem ersten Laufevent am Winterthur Marathon.

 

Wie lange trainierst du schon in der Laufgruppe und wie kamst du zur Gruppe?

Die anfängliche Begeisterung vom Laufen in der grünen Natur legte sich ein wenig, als der erste strenge Winter kam. Ich trainierte damals viel im Fitnesscenter auf dem Laufband, wenn es draussen Schnee hatte. Aber das wurde irgendwann natürlich richtig langweilig. So fasste ich 2010 den Entschluss, eine Laufgruppe zu suchen. Was mich beim TVU sofort überzeugte, war, dass es selbst bei den miesesten Wetterbedingungen auch noch eine Gruppe Läufer hat, die in etwa gleich schnell unterwegs ist wie ich. Das hatte ich so bei anderen Laufgruppen nicht erlebt.

 

Was gefällt dir an deiner Trainingsgruppe?

Es ist vor allem die Kombination, ein hartes Training machen zu können und dabei auch noch viel Spass zu haben. Es sind über die Jahre einige schöne Kontakte in der Laufgruppe entstanden und so freue ich mich auf jedes Training.

 

An welchen Läufen nimmst du teil und was reizt dich daran?

Ich laufe mittlerweile alle Distanzen bis zum Marathon. Jedoch ist die Vorliebe für den Marathon geblieben. Die kürzeren Distanzen laufe ich meistens spontan und sind oft nur Mittel zum Zweck. D.h., ich benutze sie, um schlussendlich auf der Marathondistanz schneller zu sein. Beim Marathon reizt mich nicht nur der Lauf an sich, sondern auch die vorgängige Planung. Ich liebe es, auf ein Ziel hinzuarbeiten und aus jedem Marathon dann die Erfahrungen und Erkenntnisse für den nächsten Marathon mitzunehmen.

 

Was sind deine Erlebnisse an den Läufen und welche waren besonders schön oder eindrücklich?

Ich meine, dass mir die Stimmung und das ganze Drumherum bei einem Laufevent ziemlich egal sind. Meist fokussiere ich mich bei einem Lauf auf ein bestimmtes Ziel, das ich mir gesetzt habe und nehme von der Stimmung etc. gar nicht so viel wahr. Für mich ist das aber völlig o.k. so.

 

Hast du bestimmte Ziele, auf die du hinarbeitest?

Kurzfristig möchte ich gerne im Herbst wieder einen Marathon laufen, nachdem dies letztes Jahr verletzungsbedingt nicht möglich war. Längerfristig gesehen, ist es so, dass mich Menschen faszinieren, die auch noch im hohen Alter top fit sind.

Als ich anfing zu laufen, habe ich mir zwei Ziele gesetzt. Erstens wollte ich wissen, wie schnell ich noch werden könnte und zweitens interessiert es mich, wie lange ich diese Fitness dann halten kann. Mein Traum wäre es, mit 80 Jahren auch noch einen Marathon zu finishen. Das zweite Ziel erachte ich allerdings für schwieriger als das erste. Denn Laufen zu dürfen und gesund zu sein ist für mich ein nicht selbstverständliches Geschenk vom Himmel, zu dem man selbstverständlich das Seine beitragen kann.