Karriere mit Schweizermeistertitel beendet

Nach vielen erfolgreichen Jahren beendet Petra Fontanive nach dieser Saison ihre aktive Sportkarriere und schliesst sie mit dem Schweizermeistertitel über 4×400 Meter ab. Wir bedanken uns für die tollen Momente.

Petra, du hast dich entschieden, deine Leichtathletik-Karriere auf Ende dieser Saison zu beenden. Was geht dir durch den Kopf?

Den Entscheid, dass dies meine letzte Saison als Leistungssportlerin sein wird, habe ich bereits letzten Herbst getroffen und auch so kommuniziert. Ich habe mir damals für diesen Entscheid sehr viel Zeit genommen. Mir sogar überlegt, bereits nach den Olympischen Spielen 2016 meinen Rücktritt zu geben. Da ich mir aber sicher war, dass ich noch nicht alles zeigen konnte, was in mir steckt, war die Motivation für eine weitere Saison noch da. Deshalb habe ich mich entschieden, auch noch die Saison 2017 zu bestreiten. Nach diesem Entscheid habe ich mir darüber keine Gedanken mehr gemacht. Ich wollte die Saison 2017 vor allem geniessen, Spass haben und möglichst schnelle Rennen laufen. Als dann die Saison im Frühling startete, ging ich fast jedes Mal mit dem Gedanken an den Wettkampf „Geniesse es, denn es wird das letzte Mal sein, dass du dieses und jenes erleben wirst“.

In dieser Saison hast du nochmals eine unglaubliche Leistungssteigerung hingelegt. Wie war das möglich?

Eine solche Leistungssteigerung hängt von diversen Variablen ab. Um nur einige zu nennen: Ich war fast das ganze Jahr über (inkl. Wintertraining) verletzungsfrei und nie gross krank oder erkältet; ich habe gut und fleissig trainiert und konnte mich in diversen Gebieten noch steigern (Kraft, Geschwindigkeit, Schrittlänge, Rhythmus, Ausdauer etc.); der Wechsel des Startbeins, welchen ich letztes Jahr vollzogen hatte, konnte ich endlich richtig umsetzen; ich bin gut in die Saison gestartet, habe an mich selbst geglaubt und hatte somit eine gute Portion Selbstvertrauen; ich habe die nötige Lockerheit gefunden; wir haben eine super Trainingsgruppe (Athleten, Coaches, etc.); ich habe aus Fehlern aus der Vergangenheit gelernt; ich wollte es einfach nur geniessen und hatte unglaublich viel Motivation und Spass; ich habe weniger gearbeitet und konnte mich besser auf den Sport konzentrieren, …

Welche Eindrücke und Erinnerungen nimmst du aus deiner aktiven Zeit mit?

Ich nehme vor allem die positiven Erinnerungen mit. Und das sind unglaublich viele. Die Emotionen, welche ich erleben durfte, werde ich wohl nie vergessen und so intensiv wohl auch nie mehr erleben. Ich hatte eine unglaublich schöne, spannende und intensive Sportkarriere. Dass ich nun auf dem Höhepunkt meiner Karriere aufhören kann, macht es für mich perfekt.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei all jenen Bedanken, die mich auf diesem Weg begleitet, unterstützt und gefördert haben (allen aktuellen und früheren Coaches, Athleten, Familie, Freunden, meiner Physio und natürlich auch dem TVU). Vielen lieben Dank! Ohne euch wäre ich nicht so weit gekommen!

Mit Trainings und Wettkämpfen hat die Leichtathletik einen grossen Teil deines beruflichen und privaten Lebens bestimmt. Was machst du mit der neu gewonnen Zeit?

Ich werde am Anfang wohl vor allem das „Nichtstun“ und „Nichtsmüssen“ geniessen. Am meisten freue ich mich darauf, etwas spontaner sein zu können. Mein Arbeitspensum werde ich wieder auf 100% erhöhen. Somit bleibt mir nicht mehr viel der neu gewonnenen Zeit.

Wenn nicht mehr auf der Bahn und über die Hürde, wie wirst du dich künftig sportlich betätigen?

Nach der obligaten Trainingspause im Oktober werde ich sicher wieder regelmässig ins TVU-Training kommen. Jedoch nur noch ca. 2-3 Mal in der Woche. Ich werde auch wieder vermehrt polysportiv tätig sein. Konkrete Pläne habe ich noch nicht.

Kommt nach der aktiven Karriere die Trainerkarriere?

Im Moment nicht. Ich möchte aktuell keinen fixen Tag für den Sport reservieren, sondern spontan bleiben können. In ein paar Jahren könnte ich es mir aber gut vorstellen.

Vielen herzlichen Dank für die tollen Momente und alles Gute in deinem nächsten sportlichen Lebensabschnitt.