Jubiläumsfest im Zirkus: TVU im Wunderland

„Mirlando“ heisst das Wunderland, welches Gregory und Rolf Knie in der Nähe des Flughafens Kloten hingezaubert haben, und das war genau die richtige Umgebung für die grosse TVU-Jubiläumsfeier am Ende von „150 Jahre TVU 2014“.

Ein grossartiges Fest als Geschenk an die TVU-Mitglieder

B-Zelt NataleDie Zeltstadt des Zirkus „Salto Natale“ reihte sich würdig in die Reihe der „Arenen“ vergangener TVU-Jubiläen ein: Kasino Unterstrass (1939), Limmathaus (1964) und Stadthof 11 (1989). Und auch das gebotene Programm liess keine Wünsche offen, auch wenn zum ersten Mal bei einem solchen Jubiläum die Akteure nicht aus dem TVU selber oder aus dem Damenturnverein stammten. Dafür wurde absolute Professionalität geboten, mit einer Show in der alles B-Lightshowzusammenpasste: Die Musik, in der für einen Zirkus unverzichtbaren Lautstärke und die Lightshow, welche zusammen mit der Musik die passende Verpackung bot, in der sich die Zuschauer wohl fühlen durften, und welche die gezeigten akrobatischen und tänzerischen Leistungen der über 50 Artistinnen und Künstler aus 9 verschiedenen Nationen erst richtig zur Geltung brachte. Die rund 300 Untersträssler/innen konnten von den besten Plätzen aus das Geschehen in der Zirkus-Arena bestaunen, und sie klatschten sich während dem fast zwei­stündigen Programm die Hände heiss, um ihrer Begeisterung über das Gebotene Ausdruck zu verleihen.

B-Brunch-BuffetDie TVU-Familie war natürlich schon zum Auftakt des Zirkus-Programms erwartungsfroh und gut gelaunt, denn schliesslich kamen die Gäste direkt aus dem grossen, wunderschön dekorierten Dinnerzelt, wo sie einen feinen und vielfältigen Brunch genossen hatten. Dabei ergaben sich genügend Gelegenheiten, um mit Kolleginnen und Freunden zu plaudern, welche man zum Teil seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Die Stimmung war denn auch entsprechend aufgeräumt und festlich, nicht zuletzt darum, weil sich auch die offiziellen Redner an die gute alte Festwirtschafts-Regel hielten, wonach „die Bratwürste lang und die Reden kurz zu sein haben…“

B-Hiestand-Knie 2Ehrenmitglied Bruno Hiestand hatte dank seiner Freundschaft mit Rolf Knie die Idee einer Jubiläumsfeier im Zirkuszelt ans Jubiläums-OK herangetragen und war dort mit offenen Ohren empfangen worden. Und so begannen dann vor etwa einem Jahr die Vorbereitungen zu rollen, und je näher das Datum des Fests rückte, und je mehr man über die vorgesehenen Details erfuhr, desto grösser wurde die Vorfreude und die Gewissheit, dass man auch 2014 wieder ein standesgemässes Fest als Höhepunkt des Jubiläumsjahres haben würde. Neben Bruno Hiestand hatten vor allem Reto Caminada, der OK-Präsident, sowie Bruno Seiler und Franz Kälin, welche die Detailarbeiten jederzeit im Griff hatten, grossen Anteil am guten Gelingen des Anlasses. Während dem Brunch konnte der Jubiläums-Speaker dieses Jahres, Henri Gammenthaler eine verdiente Ehrung eines nimmermüden Schaffers im TVU vornehmen. 150 – 70 – 20 stellte Gammenthaler dabei als die magischen Zahlen des Abends vor. 150 Jahre TVU, 70 Jahre Reto Caminada, und seit 20 Jahren steht er nun schon als Zentralpräsident an der Spitze des TVU. Zu diesen Jubiläen hatte Velofreak Gammenthaler ein altes Militärvelo mit Jahrgang 1944 B-Militarvelo(wie Reto) in einem Zeughaus ausgegraben und es fachmännisch wieder fahrtüchtig und mit Hilfe von Bruno Seiler jubiläumsreif gemacht, so dass es als Geschenk von allen TVU-Vereinen dem Zentralpräsidenten überreicht werden konnte. Die Ehrenrunde, welche dieser sogleich fuhr, dürfte den Vorgeschmack darauf geliefert haben, wie es in Zukunft sein wird, wenn er bei der traditionellen alljährlichen Greifenseerundfahrt der Handball-Oldies von G&V „pflichtbewusst“ mit dem „Militär-Göppel“ antreten wird, und ihm seine Kollegen auf den hypermodernen Bikes mit 21 Gängen hintennach hecheln werden…

Nachdem Bruno Hiestand die beiden Hausherren Gegory und Rolf Knie vorgestellt hatte, liessen diese beiden „Zirkus-Vollblüter“ die Untersträssler Gäste noch etwas hinter die Kulissen der Zirkuswelt schauen, wo das Verpflichten und Betreuen der Artisten eine der aufwändigsten und B-Affennummernervenaufreibendsten Aufgaben der Zirkusdirektoren ist. Besonders wenn, wie in diesem Jahr, zwei Monate vor der Premiere eine ganze Nummer ersetzt werden muss, weil sich ein Artist schwer verletzt hatte. Aber auch die Ersatz-Nummer mit den sprunggewaltigen „Menschen-Affen“ aus der Mongolei reihte sich nahtlos ins diesjährige Superprogramm ein.

Im Zusammenhang mit dieser Schleuderbrett-Nummer im Affenkostüm gab es nicht wenige unserer ehemaligen Chränzli-Cracks, welche sich daran erinnerten, dass schon an einer TVU-Abend­un­terhaltung in den Fünfzigerjahren von den TVU-Kunstturnern eine derartige Affen-Nummer gezeigt worden war (mit ein paar Saltodrehungen weniger in den Sprüngen…). Trotzdem sprach man von „Plagiat“ und fragte sich, welcher „Affe aus dem TVU“ wohl mit dieser Nummer in die Mongolei emigriert war und sie dort meistbietend verkloppt hatte! Es gibt keine Verdächtigen und die Unterlagen sind längst geschreddert worden…

B-PublikumNach dem offiziellen Teil mit den Reden und Ehrungen nahm man noch rasch den Kaffee und etwas Süsses vom Buffet, bevor sich dann die Gäste ins Zirkusrund begaben und zusammen mit weiteren 600 „gewöhnlichen“ Zuschauern die Sitzplätze fast vollständig belegten. Die Untersträssler Zuschauer waren auf ihren Plätzen der 1. Kategorie mitten drin im Geschehen, stets auf der Hut, dass die Artisten nicht plötzlich in den Zuschauerrängen landen würden…

B-SchlangenmenschViele der hochklassigen Nummern liessen dem Laien verschiedene Fragen offen, etwa ob in Kloten die Erdanziehung ausser Kraft gesetzt wurde, wenn die fliegenden Artisten ihre Salti und Schrauben drehten, oder ob die Anatomie bei einzelnen Menschen auch ein Fehlen einer Wirbelsäule zulässt, damit sie sich auf derart groteske Art verdrehen und verbiegen können. Wie werden wohl die Rücken der Schleuderer und Fänger bei der „Trapeznummer ohne Trapez“ in zwanzig Jahren aussehen, nachdem sie täglich die fliegenden Schönheiten mit blossen Händen und der Kraft ihrer Rückenmuskeln aufgefangen haben?

B-BallettEin Höhepunkt reihte sich an den anderen: Akrobatinnen an den hängenden Stofftüchern, Gleichgewichtskünstler auf meterhohen Alustangen, ein Jongleur mit 7 Bällen oder die Spassmacher „Kavaliere“, welche bei den nötigen Umbauten in der Arena jeweils ihre Auftritte hatten, und nicht zuletzt das Salto Natale-Ballett, das insgesamt vier Mal das Publikum mit Tänzen aus aller Welt verzauberte, wunderbar musikalisch unterstützt von der Salto Natale Band.

(Beschreibung der Nummern: hier anklicken)

B-Popcorn und GlaceIn der Pause und am Ende der Show durfte die TVU-Gästeschar nochmals ins Dinnerzelt dislozieren, wo Getränke, riesige Popcorn-Behälter und Glacé-Cornets bereit standen, um das richtige „Zirkus-Feeling“ zu vermitteln. Das Angebot wurde eifrig genossen, und als gegen 17 Uhr, nach rund 6 Stunden „Zirkus und Kulinarik“ die Gäste den Heimweg antraten, da sah man durchwegs glückliche Gesichter und hörte begeisterte Kommentare.

Und wenn die Medizin im gleichen Tempo Fortschritte macht, wie die Artisten in ihren Nummern, dann sehen wir uns in fünfzig Jahren, beim nächsten grossen TVU Jubiläum alle wieder. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben…

Peter Tobler (bald 70…)

Fotos: Frank Pospisil und Peter Tobler

– Fotos von der Jubiläums-Gala im Zirkus