Herbsttreff auf dem Bauernhof 2008

Wie die Milch ins Pack kommt!

Ueli Morf, der Langläufer aus dem SCTVU machte es möglich! Staunend be­kamen wir mit, auf welchem Weg, dank einem moder­nen Milchwirtschaftsbetrieb, die Milch aus der Kuh bis ins Pack im Gestell des Lebensmittelladens kommt. So viel darf vorweg genommen werden: den blauen Himmel und die frische Luft wird die Milch nie erleben. Vom Euter der Kuh bis zur Abfüllmaschine der Verwertungsgesellschaft zirkuliert der nährstoffreiche „Saft“ auf einer ab­solut sterilen Bahn, die jegliche unerwünschten äusseren Einflüsse ausschaltet.

Aber beginnen wir am Anfang!

Chr-02Chr-07Die Ausschreibung des Skiclubs für das grosse Herbst-Treffen tönte verlockend: „Besichtigung des modernen Bauernbetriebs von TVU-Mitglied Ueli Morf in Gerlisberg bei Kloten“.


Am Sonntagnachmittag waren dann der Organisator Hans Seeholzer und auch Skiclub Präsident Armin Cas­pari fast erschlagen ob dem Ansturm der SC-Mitglieder. Nicht weniger als 30 Unter­strässler/innen, vorwiegend aus der älteren bis ganz alten Garde, trafen sich zu einem gemütlichen Nachmittag, der ein absolut neues und ungeahntes Bild eines modernen Bauernbetriebs vermittelte. Und dabei konzentrierten wir unsere Aufmerksamkeit nur auf den Teilbereich „Milchwirtschaft“, welche Ueli Morf zusammen mit einem Kollegen, und unter Einsatz grosser finanzieller Opfer, in den vergangenen beiden Jahren vergrössert und bis ins Detail modernisiert hatte. Grundlagen dazu sind ein riesiger Laufstall für fast 100 Kühe und Kälber und eine automatische Melkanlage, auf der die Tiere „Karussell“ fahren dürfen.

Chr-01Tagsüber auf der freien Weide und nachts an einem frei wählbaren Ort im Stall, bedienen sich die Kühe mit Futter „à discretion“, welches für den Stall selbstverständlich voll­automatisch mit riesigen Mischmaschinen zubereitet wird. Ein Halsband mit eingelegtem Chip ermöglicht den Tieren sogar an einem Automaten das Auslösen einer Tagesration von Kraftnahrung, abgestimmt auf die Bedürfnisse der einzelnen Kuh. Und auch beim Melken dient der Chip zum Erfassen aller nötigen Daten per Computer. Dass sich daneben die Stallbewohner mit automatischen Rotationsbürsten eigenständig reinigen können, und der Kuhmist automatisch ins Güllenfass abgeschoben wird, ist schon bald nur noch eine Randnotiz wert.Chr-05

Zweimal am Tag werden die Kühe gemolken, und zwar auf dem so genannten Melk-Karussell. Ob morgens aus dem Stall oder abends von der Weide – wenn der Eingang zur Melkanlage geöffnet wird, sieht’s aus wie früher an den Skiliften… Kopf an Kopf und Bauch an Bauch stehen die Tiere geduldig da, bis sie an die Spitze der sich stets verengenden Warteschlange gelangen, um dann Eingang ins Karussell zu erhalten. Und hier kommt zum ersten und einzigen Mal der Mensch ins Spiel, wenn der Bauer den Kühen nach dem Eintritt in die Boxen des Karussells die Zitzen des Euters reinigt und die vier Saugnäpfe der Melkmaschine ansetzt. Das Absetzten der Saugnäpfe erfolgt dann bereits wieder automatisch, nachdem die Kuh keine weitere Milch mehr hergegeben hat. Als kleines Zückerchen und Belohnung für das Wohlverhalten auf der rund zehnminütigen Fahrt auf dem sich langsam drehenden Karussell gibt’s auch hier nochmals computergesteuertes Kraftfutter, ehe dann das Tier nach der Absonderung von durchschnittlich 10-15 Liter Milch pro Melkvorgang in den Laufstall oder auf die Weide entlassen wird. Die Milch wird rund alle zwei Tage aus dem Hof-eigenen Milchtank in die Tankfahrzeuge der Nordostmilch AG gepumpt, und von da an geschieht die weitere Verwertung der Milch unabhängig vom Bauernbetrieb.

Im Anschluss an diesen hoch interessanten Rundgang offerierte der Skiclub den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Restaurant Gerlisburg einen währschaften Bauernteller samt zugehörigen Getränken, womit bei der grossen Zahl der Anwesenden die Kasse doch spürbar belastet werden wird. Aber was ist das schon, verglichen mit der deutlich ausgedrückten Dankbarkeit der Mitglieder und dem grossen Applaus für Ueli Morf, Chr-03den fachkundigen Milchwirtschafts-Guide,

Hans Seeholzer als Organisator des gesamten Anlasses und Armin Caspari, den Präsidenten des spendablen Skiclubs. Herzlichen Dank!

 

Peter Tobler