Generalversammlung vom 4. 3.2016

Wo sind die Jungen? 
SfA 16-01Es war die am häufigsten gestellte Frage der vergangenen zwei Jahrzehnte, und sie suchte nach Gründen für die galoppierende Überalterung im TVU Sport für Alle.
Auch diesmal wurde an der Generalversammlung in der Rheinfelder Bierhalle im Zürcher Niederdorf die Frage nach dem Ausbleiben der Jungen wieder gestellt. Allerdings unter gänzlich anderen Voraussetzungen! Gerade hatten die siebzehn Teilnehmer/innen der GV mit grosser Freude zur Kenntnis genommen, das sowohl in den Volleyballtrainings als auch bei den Geräteturnerin­nen im vergangenen Jahr ein namhafter Zuwachs an jungen und jüngsten Mitgliedern zu verzeichnen gewesen war. Aber ein Blick in die Runde an der GV führte dann eben zur Frage «Wo sind eigentlich die Jungen an dieser GV?» Dabei wurde hauptsächlich auf die Mitglieder der beiden Volleyballgruppen gezielt. Sie glänzten durch Abwesenheit. Das ist allerdings kein neues Phänomen und gilt für alle Vereine. Nichts ist nämlich der Jugend suspekter, als an Versammlungen teilzunehmen, seit Jahrzehnten das Symbol für «Vereins­meierei». Wer also die Jungen irgendwo dabeihaben will, muss seinen Anlass als «Event mit Pep» verkaufen können. Und da ein gemeinsames Nachtessen dazu nicht genügt, müsste vielleicht ein anschliessender Trip durchs Niederdorf angeboten werden, unter dem Motto «Sieh’ das Gute liegt so nah…!»
SfA-GV 2016 PräsidentRoland Keller, seit einem Jahr Präsident des SfA eröffnete seine erste GV pünktlich um 20 Uhr, nachdem zuvor der Grossteil der Teilnehmer/innen gemeinsam Apéro und Nachtessen genossen hatte. Nach der Abnahme des Protokolls der vergangenen GV startete man mit den verschiedenen Jahresrückblicken gleich zu einer Rundsicht über das Jahr 2015. Dabei zeigte es sich, dass das Fitnessturnen und einzelne Wanderungen nach wie vor mit ungenügenden Teilnehmerzahlen kämpfen, weil hier die Überalterung am deutlichsten zu spüren ist. Hingegen kam von Monika Meile, der Leiterin des Geräteturnens, erfreuliche Kunde, denn die Zahl der Mädchen, die regelmässig trainieren, ist mittlerweile auf über zwan­zig angewachsen, und es wird bereits nach einer dritten Leiterin gesucht, um den Ansturm zu bewältigen. «Mehr Masse bringt mehr Klasse» – diese Erkenntnis gipfelte auch schon in erfreulichen Wettkampfresultaten an den verschiedenen Geräteturntagen des Kantons und bei ausserkantonalen Anlässen. Auch aus den beiden Volleyball-Trainingsgruppen war Erfreuliches zu vernehmen. An beiden Trainingsabenden tummeln sich jeweils bis zu zwanzig Spieler/innen in der Halle, was allerdings bei nur zwölf Plätzen auf dem Spielfeld zu längeren Wartezeiten auf den nächsten Einsatz führt. Weil ab September 2016 neu ein Mixed-Team am Meisterschaftsbetrieb teilnehmen soll, werden nun auch am Donnerstag und Freitag zusätzliche Trainings eingeführt.
SfA 16 Oetiker Karl-HeinzKarl-Heinz Oetiker hat im vergangenen Jahr neben den Volleyballtrainings auch noch verschiedene Wanderungen organisiert, ohne dabei der traditionellen Bergturnfahrt im Herbst Konkurrenz zu machen, und neu wird er in diesem Jahr auch mit Inlineskatern und Rollschuhfahrerinnen an den grossen Skate-Anlässen in Zürichs Innenstadt präsent sein, in der Hoffnung, hier vielleicht einen neuen Zweig am Baum des TVU installieren zu können: die TVU-Roller.
Die von Kurt Wissmann geleitete Bergturnfahrt ins Albulatal wurde von den Reiseteilnehmern in den höchsten Tönen gelobt und soll auch 2016 auf dem Programm stehen.
Mit dem Bericht über die Finanzen langte man dann wieder bei einem Tiefpunkt in der Geschichte der TVU-Administration an, indem Kassierin Monika Meile einmal mehr bekannt geben musste, dass sie vom Zentralsekretariat nur unvollständige oder fehlerhafte Angaben über die eingegangenen Beitragszahlungen erhalten habe, womit sie die Rechnung nur auf der Basis des Budgets und der erwarteten Zahlungen abschliessen konnte. Für einen Grossverein wie den TVU ist das eine absolut unhaltbare Situation, die jetzt schon mehrere Jahre andauert. Die Lancierung einer neuen Administrationssoftware soll nun Abhilfe schaffen. Das «Prinzip Hoffnung» lebt weiter! Immerhin durfte die Kassierin einen erfreulichen Spendenbetrag aus Mitgliederkreisen von 1365 Franken verdanken, und der Jahresverlust von gut 800 Franken lässt sich noch nicht definitiv einordnen. Der Revisorenbericht bescheinigte eine korrekte Kassenführung, bemängelte aber die genannten äusseren Umstände und sieht noch Verbesserungsmöglichkeiten, auch bei der Kapitalanlage.
Die Mitgliederbeiträge werden auf den bisherigen Beträgen belassen, und das Budget für das laufende Jahr sieht einen Einnahmenüberschuss von fast 1400 Franken vor. Auf dieser Basis wurden alle Finanz-Anträge und die Décharge-Erteilung an den Vorstand ohne Gegenstimmen durchgewinkt.
SfA 2016 VorstandDie Wahlen gaben zu keinen Diskussionen Anlass, denn der gesamte Vorstand stellte sich für ein weiteres Jahr zur Verfügung und wurde in folgender Zusammensetzung mit Applaus wiedergewählt: Präsident: Roland Keller, Technischer Leiter: Jules Weiss, Aktuar: Karl-Heinz Oetiker, Kassierin: Monika Meile.
Der Steigerung des Mitgliederbestands um drei auf 122 Mitglieder ist zur Hauptsache dem Plus von 7 Junioren zuzuschreiben und führt zu einem optimistischen Blick in die Zukunft.
Das Jahresprogramm sieht neben den üblichen Trainingslektionen eine ganze Anzahl spezieller Anlässe vor, die hoffentlich auch von den Mitgliedern durch entsprechend hohe Teilnehmerzahlen honoriert werden. (siehe separate Zusammenstellung)
Zum Schluss der Versammlung kam unter Verschiedenes auch noch der Wunsch der Leiterin des Fitnessturnens am Dienstag, Bärbel Reimers, zur Sprache, die ihr Pensum reduzieren möchte, weshalb sie nach einer zweiten Leiterin Ausschau hält. Dass dies beim derzeit minimalen Bestand von Teilnehmern keine leichte Sache sein wird, war allen klar, und es muss auch Überlegungen zu einer Zusammenlegung der beiden bisherigen Gruppen am Dienstag und Mittwoch geben dürfen. Die Arbeit wird dem Vorstand nicht so bald ausgehen!
Nach rund 70 Minuten durfte Roland Keller seine erste GV mit einem guten Gefühl abschlies­sen. Er hat sie speditiv und zielgerichtet geleitet und kann mit dem vollen Vertrauen der Mitglieder auf dem eingeschlagenen Weg weiterfahren.

Peter Tobler

SfA-GV 2016 Plenum SfA 2016-02 SfA 2016-03

–  Jahresprogramm 2016