Emil Fröhlich gestorben

Einer Todesanzeige im Zürcher Tagesanzeiger war zu entnehmen, dass unser früherer Spitzen-Skilangläufer Emil Fröhlich am 5. März im Alter von 89 Jahren gestorben ist.

Emil Fröhlich entstammte jener TVU-Lang­läu­fer-Ge­­neration, die nach dem zweiten Weltkrieg in Schweden oder Norwegen für einige Jahre als Holzfäller ihren Lebensunterhalt verdienten und sich gleichzeitig die Fitness und das Können auf den schmalen Latten holte, um in der Schweiz erfolgreich zu sein. So gehörte Emil auch jener Staffel an, die in der Besetzung Schaad, Chiodera, Fröhlich und Wagenführ 1961 in Crans völlig überraschend an den Schweizermeisterschaften nach 20 Jahren Unterbruch noch einmal eine Bronzemedaille für den TVU herauslief.
Beruflich war Emil Fröhlich eng mit der Natur verbunden und war als Förster im Zürcher Stadtforstamt einer der ersten, die den Natur- und Umweltschutz auch wirklich ernst nahmen und sich auch gezielt dafür einsetzen. Dabei war Emil ein spät berufener, denn nach seiner Rückkehr aus Schweden holte der ehemalige Kaufmann die Matura nach und studierte im Alter von 30 Jahren noch Forstwirtschaft. Zuerst fand er im Bündnerland seinen Wirkungskreis und verlegte seinen Wohnort nach Klosters, wo er 1968 heiratete. Drei Jahre später zogen er und seine Frau zurück nach Zürich, wo er sich speziell für die Vita Parcours und die Finnenbahnen in den Zürcher Wäldern einsetzte. Einige davon hatte er sogar selber gebaut. Bis zur Pensionierung 1989 blieb Emil in Zürich, und danach zog es ihn wieder ins Bündnerland ins Heim in Klosters. Er konnte seine neu gewonnene Freizeit lange gesund und aktiv geniessen, und erst in den vergangenen zwei Jahren machten sich Beschwerden in den Beinen bemerkbar, so dass er im Freien auf einen Rollator angewiesen war. Das schlug dem Bewegungsmenschen Emil natürlich ziemlich aufs Gemüt, zumal er geistig noch sehr rüstig war. Herzprobleme führten schliesslich dazu, dass in den letzten Wochen seine Lebenserwartung rapide sank, so dass er am Sonntag, 5. März friedlich einschlief, nachdem er am Tag davor noch die internationalen Langläufer der Masters-Serie neben seinem Haus vorbeilaufen gesehen und sich darüber sehr gefreut hatte. So hatte sich auch sein sportlicher Kreislauf perfekt geschlossen.
Die TVU-Familie drückt im Andenken an ihr langjähriges treues Mitglied seiner Gattin Han­ny und der gesamten Trauerfamilie das tiefempfundene Beileid aus.

P.T.