Die Berichte vom Wochenende

In der letzten der zehn Qualifikationsrunden traten die 2. Liga-Handballerinnen die SG Rümlang/Unterstrass (SG R/U) zur ‚Finalissima‘ an. Bei einem Sieg über Fides St. Gallen hätte man Platz 2 und damit das Finalrunden-Ticket auf sicher gehabt. Lange sah es danach aus. Dann kam es zum Desaster.

Auch die Goldies mussten gegen die Red Dragons Uster eine Niederlage hinnehmen, bevor es nun in die kurze Winterpause geht.

Dramatischer K.O. für Rümlang/Unterstrass

Ostschweizer Hilfe

Auf die Spielweise der St. Gallerinnen war die SG R/U bestens vorbereitet. Tamara Schütterle, Trainerin der SG R/U erklärt: „Trainerkollegen haben uns genauestens informiert. Wir wussten, was uns erwartete.“ So erstaunte es nicht, dass das Heimteam Halbzeit diktierte. Angetrieben von der brillant aufspielenden Regisseurin Sophia Schuler (23) erspielten sich die Unterländerinnen eine frühe 4-Tore-Führung. Trotz gegnerischem Time-Out hielt die SG R/U die Pace. „Wir gerieten in einen Lauf und spielten am Limit.“, frohlockte Schuler. Das 15:9 zur Pause schien mehr als die halbe Miete zu sein.

Zitternde Knie

Der kräftige Halbzeitapplaus bestärkte die Rümlangerinnen auch nach Wiederanpfiff. Nach 35 Minuten betrug das Polster nach wie vor beruhigende fünf Längen. Doch dann kam sie doch noch. Die Nervosität und blockierte den Spielfluss der Zürcherinnen komplett. Technische Fehler der SG R/U ermöglichten Konter und eine Aufholjagd. Gegen die etwas offensiver agierende Gäste-Abwehr fehlte es der im Schnitt 4 Jahre jüngeren SG R/U nun an Abgeklärtheit. Fünf Minuten vor Schluss hatte Fides das Skore egalisiert, bis zur Schlusssirene  trafen nur noch die Gäste. „Trotz starken 40 Minuten und einer über weite Strecken guten Qualifikationsrunde fühlen wir uns im Moment wie begossene Pudel“, skizziert die aus Rorbas stammende Torhüterin Svenja Huber (26) die Gefühlslage. 

Wunschzettel erstellt

Einen Tag nach dem dramatischen Zielgeraden-Aus ist für Schütterle die Enttäuschung ein Stück weit verarbeitet.  „Die Teams auf Platz 1 und 2 Uzwil/Gossau und Fides St. Gallen waren letztlich routinierter.“ Für Schütterle geht es ab Januar darum, die Spielerinnen individuell weiterzubringen. „Wir stellen im Rückraum drei 18-Jährige, die grosses Potenzial haben.“ Insofern kann Schütterle der Teilnahme an der Abstiegsrunde auch Positives abgewinnen: „Das Abstiegsrisiko ist überschaubar, das bietet Wechsel- und demnach auch Entwicklungsmöglichkeiten für derzeitige Ergänzungsspielerinnen.“ 

Unterländer Rendez-Vous

Die Abstiegsrunde hat es gleichwohl in sich. Mit dem HC Bülach und der zweiten Mannschaft der SG Rümlang/Unterstrass stammt die Hälfte der Equipen aus dem Unterland. Derbys stehen an der Tagesordnung. Komplettiert wird das Grupetto mit Volketswil/Dübendorf und den Ostschweiz-Vertretern Will und Romanshorn. Nur der Letztplatzierte steigt ab.

Sporthalle Blumenfeld, Schiedsrichter: Peter Hess, 50 Zuschauer

Rümlang/Unterstrass mit Huber; Bitterli (1), Egger, Guggenbühl, Landolt, Lanz (3), D. Meier (2), F. Meier, E. Röthlisberger, M. Röthlisberger (1), Sanchez (3), Schuler (8), Tronnier (2)

Fides mit  Eugster; Baraghini (1), Bischof (2), Gründler (4), Hoegger (1), Scheffold (4), Siegenthaler (2/1), Zehnder (2), Zeller (5).

 

SG TVU – Rümlang gegen Red Dragons Uster/17.12.2017

Unsere Phase mit mehreren verletzten Spielenrinnen (deren Anzahl 4) hält bedauerlicherweise immer noch an – so freuten wir uns doch alle sehr, dass Zina heute aufs Spielfeld zurück fand. Dadurch und dank Brians optimistischer und motivierender Ansage starteten wir guten Mutes ins Spiel. Leider reichte dies alleine nicht aus. Schlag auf Schlag fielen die Tore, auf der Gegenseite etwa doppelt so viele wie bei uns. Die Spielerinnen waren zwar grösstenteils eher klein, aber dafür umso flinker. Die Schüsse, hauptsächlich eines Zweiers, sassen und vor allem war unsere Abwehr sind sehr effektiv. Teilweise schauten wir fast zu, wie die Gegnerinnen durch die Lücken spazierten. So stellte Brian die Verteidigung auf 6:0 um, was eine deutliche Besserung brachte. Vor Fehlpässen und vergebenen Torchancen wurden wir aber leider nicht verschont… In der Halbzeit stand es 7 : 10 für die Red Dragons.  

Wir nahmen uns vor, in der zweiten Halbzeit möglichst den Anschluss zu schaffen – die Gegnerinnen waren uns nicht wirklich überlegen. Es gelang uns nicht. Im Gegenteil. In den ersten Minuten konnte Uster den Vorsprung noch etwas vergrössern und uns wollte nichts richtig gelingen. Wir fanden wiederum besser ins Spiel zurück, aber fassten nie richtig Fuss. So endete der Match mit 16.:21 für die Gegenmannschaft. Positiv zu verzeichnen sind ein paar gelungene Aktionen unsererseits wie aus dem Bilderbuch (tolles Kreisanspiel, geglückte Gegenstösse), Anninas gefundene Linse nach einer gemeinsamen Suchaktion während eines Spielunterbruchs (eigene und gegnerische Spielerinnen krochen auf allen Vieren zusammen auf dem Spielfeld herum) und auch, dass wir alle unverletzt aus dem Spiel gekommen sind. Weiter werte ich es als positiv, dass wir wegen unserer Niederlage nun nicht in die Gruppe mit Basel eingeteilt werden – dieser Gegner würde per se für Zürich nicht unter einem guten Stern stehen. So sind wir nun gespannt, wann und mit welchen Gegen-Mannschaften wir nun im Januar wieder starten und geniessen vorerst die handballerische Pause und die Festtage. 

Bettina Berger